Kärntens Waidmänner vor Selbstverwaltung

55. Kärntner Landesjägertag in Velden eröffnet -Verwaltungsreform und Übergabe der Wildökologischen Raumplanung im Mittelpunkt

Klagenfurt (LPD) - Eröffnet wurde heute, Samstag, der 55.
Kärntner Landesjägertag im Veldener Casineum. Die Verwaltungsreform im Jagdwesen sowie die Wildökologische Raumplanung (WÖRP) standen bei der Vollversammlung im Mittelpunkt.

Landeshauptmann Jörg Haider strich den Bedeutungswandel in der Jagd hervor, der aus einer "aktiven Neupositionierung" heraus passiert sei. So würden die heimischen Waidmänner heute neben dem Ausüben der jagdlichen Pflichten noch viele weitere Verantwortungen übernehmen und damit einen wichtigen Teil der Kärntner Gesellschaft darstellen. Innerhalb der Jägerschaft sei die soziale, berufliche und gesellschaftliche Integration sehr ausgeprägt, meinte Haider und hob auch die Traditionspflege durch Jagdchöre, Jagdhornbläser, usw. hervor.

Die Änderung des Jagdgesetzes bezeichnete der Landeshauptmann als wichtigen Schritt. Der Prozess sei "gut vorbereitet" worden und er habe das Gefühl, dass alle Beteiligten mit der bevorstehenden Verselbständigung zufrieden seien. Weiters appellierte Haider an die Verantwortungsträger, in der Praxis "behutsam" sowie sich stets ihrer Verantwortung bewusst zu sein. "Der hervorragende Weg, den die Jägerschaft in den letzten Jahren gegangen ist, darf nicht gestoppt werden", so der Landeshauptmann, der besonders Landesjägermeister Ferdinand Gorton für die stets gute Zusammenarbeit dankte.

Der für die Jagd zuständige Referent LR Georg Wurmitzer sagte, dass er kürzlich den Entwurf für das neue Jagdgesetz unterschrieben habe, welcher nun bis Mitte August in die Begutachtung gehe. Im Herbst werde das Gesetz nach Einarbeitung relevanter Vorschläge dem Landtag vorgelegt, so der Landesrat. Trotz der Verwaltungsreform müssten aber gemäß der Landesverfassung die Punkte Jagdgebietsfeststellung, Jagdvergabe, Strafwesen, Fütterungsgenehmigungen und Vereidigung der Jagdschutzorgane weiterhin bei der öffentlichen Verwaltung bleiben, erklärte Wurmitzer. An die Jägerschaft würden hingegen die Genehmigung von Abschussplänen sowie die Wildökologische Raumplanung übergeben. Die sich nähernde Selbstverwaltung im Jagdwesen sei ein "Meilenstein", meinte der Landesrat, der sich aufgrund des "hohen Ethos" und der ausgezeichneten Ausbildung der Kärntner Waidmänner auch weiterhin ein "harmonisches Jagdgeschehen" in Kärnten erwartet.

Eingehend über die Wildökologische Raumplanung informierte Univ. Prof. Dr. Friedrich Reimoser vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur in Wien. Die von Reimoser ausgearbeitete Studie wurde an LH Haider und LR Wurmitzer übergeben, welche sie schließlich in die Hände der Kärntner Jäger legten.
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