"Neues Volksblatt" Kommentar: "Jörg Asterix" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 28. Juni 2003

Linz (OTS) - Schon wird es wieder Mode, Jörg Haider zum Gottseibeiuns der österreichischen Innenpolitik hochzupuschen. Schreckensszenarien werden an die Wand gemalt, wenn er die FPÖ wieder übernimmt. Knittelfeld lasse grüßen, der Koalition drohe der Zusammenbruch und sogar Wolfgang Schüssel müsse dann den Hut nehmen, kann man jetzt in Kommentaren genüsslich lesen. Ein Wort des Kärntner Landeshauptmanns lässt aber aufhorchen. Er sei lieber in Gallien der Erste als in Rom der Zweite. Wie wäre es, wenn das ganze bundespolitische Spektakel des Jörg Haider nur der Theaterdonner wäre, um seinen Sessel als Landeshauptmann zu behalten? Natürlich hat der freiheitliche Oberguru nach wie vor Rachegelüste gegen Wolfgang Schüssel. Und natürlich ist es Balsam für seine egomanische Seele, wenn die gesamte FPÖ nach ihrem Erlöser ruft. Aber eines kann man mit großer Bestimmtheit auch sagen: Die allerschlimmste Niederlage für den selbstherrlichen Haider wäre der Absturz in Kärnten Der Asterix, der lange Zeit als unbezwingbar galt, wäre im eigenen Gallien bis auf die Haut blamiert. Selbst bundespolitische Ambitionen würden dagegen verblassen. Bleiben wir also in der Haider-Hysterie auf dem Boden. Nach den Kärntner Wahlen kann einiges schon wieder anders aussehen.

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