Elektronisches Klassenbuch für SchülerInnen: GPA-Jugend lehnt Totalüberwachung strikt ab!

Wien (GPA/ÖGB). Die Jugendabteilung der Gewerkschaft der Privatangestellten Salzburg kann dem Vorstoß eines Kärntner Gymnasiums, ein elektronisches Klassenbuch einführen zu wollen, überhaupt nichts abgewinnen. Das Unterrichtsministerium und einige weitere Schulen haben bereits ihr Interesse angekündigt. ++++

"Wir sind der festen Überzeugung, dass man mit einem elektronischen Klassenbuch weder SchülerInnen noch Eltern etwas Gutes tut. Grundsätzlich sind wir gegen jede Form einer Bespitzelung, egal ob am Arbeitsplatz, in der Universität oder in der Schule. Wenn einmal die Schulen beginnen, ihre SchülerInnen zu überwachen, könnte dadurch eine Lawine losgetreten werden. Wo wird das dann enden? Überwachen künftig Betriebe ihre MitarbeiterInnen oder Universitäten ihre StudentInnen? Das kann es ja wohl nicht sein", so der Jugendsekretär der GPA-Salzburg Gerald Forcher.

"Noten, Mitteilungen, Fehlstunden oder sonstige Vermerke künftig 'online' zu stellen, wird das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kinder nicht gerade fördern. Ein Gespräch zwischen Eltern und Kinder ist immer noch wertvoller und wichtiger, als ein unpersönliches SMS oder ein Mail von der Schule an die Eltern. Es muss doch wohl Ziel sein, dass Lehrer mit Eltern und Kindern gemeinsam in der Lage sind, Probleme in der Schule bzw. Verhaltensstörungen zu lösen. Kinder bzw. Jugendliche brauchen gerade in jenen Zeiten, wo viele in Alkohol- oder Drogenkonsum verfallen, ihre GesprächspartnerInnen", erklärt Gerald Forcher weiter.

"Elternsprechtage hätten eigentlich genau jene Funktion und Sinnhaftigkeit, mit den Erziehungsberechtigten über das Verhalten, die Noten und Fehlstunden der Schülerinnen und Schüler zu sprechen. Unserer Ansicht nach sollte man eher die Anzahl von Elternsprechtagen bzw. Sprechstunden erhöhen und diese so festsetzen, dass Rücksicht auf die Arbeitszeiten der Eltern genommen wird. Ein elektronisches Klassenbuch wird zur Entfremdung von LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen führen. Daher lehnen wir dieses System ab und fordern das Unterrichtsministerium auf, von dieser Überwachungsmöglichkeit Abstand zu nehmen", so Gerald Forcher abschließend.

ÖGB, 27. Juni 2003
Nr. 549

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