Tancsits: Lehrstellenmangel in Wien passt zu desaströsem Wiener Arbeitsmarkt

Ausländische Arbeitskräfte nur für Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden

Wien, 26. Juni 2003 (ÖAAB-PD) Der Lehrstellenmangel in Wien ist ein deutliches Zeichen für den desaströsen Zustand des Arbeitsmarkts in der Bundeshauptstadt, sagte heute, Donnerstag, ÖAAB - Generalsekretär Mag. Walter Tancsits. Der ÖAAB habe in diesem Zusammenhang bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass sich die Schwachstellen des Wiener Arbeitsmarktes besonders negativ auf die Ausbildung der Jungen auswirken werde, und hier in erster Linie auf den Bereich der Lehrstellen. Tancsits erinnerte an eine Sofortmaßnahme zur kurzfristigen Entschärfung des Problems: "Beschäftigungsbewilligungen für ausländische Arbeitskräfte sollen nur für die Unternehmen erteilt werden, die auch Lehrlinge ausbilden".

Wien habe bei einem Bevölkerungsanteil von 19,3 Prozent einen Arbeitslosenanteil von 34,7 Prozent; 55,8% bei den Langzeitarbeitslosen und 40,9 Prozent bei den Arbeitslosen über 50 Jahre. Es weise damit österreichweit die mit Abstand ungünstigste Situation auf dem Arbeitsmarkt auf. Auch im internationalen Vergleich halte die Rolle Wiens als Bundeshauptstadt im Vergleich zu den ländlichen Regionen nicht stand.

"Diese Probleme schlagen sich vor allem in der Lehrlingsausbildung negativ nieder. Dazu kommt, dass die SPÖ die duale Ausbildung, eine Stabsstelle der österreichischen Wirtschaft im internationalen Vergleich, jahrzehntelang vernachlässigt hat, in dem de facto keine neuen Lehrberufe zugelassen wurden", kritisierte Tancsits. Das Problem werde zusätzlich dadurch verschärft, dass die sozialistische Schulpolitik über Jahrzehnte die Hauptschulen derart ausgedünnt habe, dass die schulische Grundlage für Lehrberufe verloren gegangen sei.

Die Aussagen des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Nettig, wonach sich die Betriebe ohne Hilfe des AMS Arbeitskräfte suchen würden, entspreche auch den Beobachtungen des ÖAAB. "Das zeigt das mangelnde Vertrauen, das man in Wien ins AMS hat, das aufgrund von Strukturschwächen im wesentlichen eine bürokratische Ordnungsstelle ist, die Arbeitslosigkeit verwaltet, anstatt sich der tatsächlichen Vermittlungstätigkeit zu widmen", so Tancsits.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAAB Presseabteilung
Laudongasse 16
1082 Wien
Tel.: 01 - 401 43 - 217

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AAB0001