Laska: Renaissance für den Wiener Prater

Wien (OTS) - Die Stadt Wien hat den französischen Themenpark-Experten Emmanuel Mongon mit der Erstellung eines Masterplans für den Wiener Prater und eines Strategieplanes für den Bereich Messe Süd beauftragt. Vizebürgermeisterin Grete Laska anlässlich einer Präsentation mit Emmanuel Mongon am Donnerstag: "Das Vertragsverhältnis mit Emmanuel Mongon dauert 3 Jahre. Damit ist gewährleistet, dass neben der Masterplanung auch eine begleitende Realisierung gegeben ist. Der Masterplan soll in 9 Monaten vorliegen. Mit diesem Dokument verfügen wir" so Laska weiter "über Entscheidungswerkzeuge, Planungen, Budgets und präzise Konzepte und sind somit in der Lage, die Realisierung von bestimmten Teilen des Projektes oder auch das ganze Projekt zu betreiben."****

Die Entwicklungen im Wiener Prater sind sowohl vor dem lokalen Hintergrund als auch im internationalen Zusammenhang zu sehen:
Insgesamt verfügt der Prater über eine günstige Ausgangslage: Ein bekannter Name, eine hervorragende Lage mitten in einer großen Weltstadt, das Konzept eines Freizeitgebietes mit den unterschiedlichsten Funktionen, und eine Tradition von über 200 Jahren. Nicht zuletzt durch die Verlängerung der U2 und die Entwicklungen im Bereich der Wiener Messe wird der Prater noch mehr ins Zentrum des Wiener Freizeitangebotes für WienerInnen und Wien-BesucherInnen gleichermaßen rücken. Um den Prater in eine neue Ära zu führen, hat ihm die Stadt nun eine Verjüngungskur verordnet. Ein erster Schritt zu seiner Aufwertung besteht darin, die Servicequalität zumindest auf das Niveau von internationalen Qualitätsstandards zu heben. Diese Standards umfassen eine Vielzahl von Aspekten wie Besucherfluss, Thematisierung, Preis-Leistungsverhältnis, Sicherheit, Sauberkeit, Empfangsqualität, Vergnügungswert usw.

Der Masterplan - Aufgaben im Detail

Internationale Entwicklungen im Bereich der Themenparks zeigen die Tendenz zu immer mehr Spezialisierungen und Authentizität. Gerade der Wiener Prater bietet optimale Voraussetzungen für diese Unverwechselbarkeit. Die Mischung von Vergnügungs- und kulturellen Freizeitwelten erfordert viel Sensibilität für das kulturelle Erbe, das den ursprünglichen Erfolg der Anlage ausmachte. Indem die bestehenden Aktivitäten durch neue vervollständigt werden, soll das Gesamtbild des Praters abgerundet werden.

Dabei sind verschiedenste und häufig gegensätzliche Aspekte "unter einen Hut zu bringen": Sommer- und Wintersaison, öffentliche und private Verwaltungen, Außen- und Innenattraktionen, kostenpflichtige und kostenlose Aktivitäten, Vergnügen und Bildung, auf Familien ausgerichtete Sensationen und extremer Nervenkitzel, WienerInnen und TouristInnen, allgemeine Strategien für die gesamte Anlage und kleinste Eingriffe in machen Winkeln usw.

Insgesamt sollen jedenfalls mehr BesucherInnen zum Kommen bewegt werden. Sie sollen länger verweilen, besser empfangen werden und oft wiederkommen wollen. Eine kluge Anordnung der einzelnen Teile soll sowohl die kreativen Aspekte als auch das Kriterium eines längerfristigen wirtschaftlichen Bestehens berücksichtigen.

Vor dem Hintergrund der Dauerbeständigkeit (Sustainability Cercle: Dauerbeständigkeitskreis) soll gleichzeitig die Entwicklung in den fünf Hauptbereichen, die eine Freizeitanlage von internationalem Standard charakterisieren und eine Bürgschaft für die Lebensdauer der Anlage sind, vorangetrieben werden:

o Umweltbeständigkeit:
Studium der Umgebung
o Marketingbeständigkeit:

Untersuchung der Kundenmärkte und verschiedener Zielgruppen durch jährliche Umfragen; aktives Management auf internationaler Ebene; Koordination der Marketingmittel und Infosysteme; Pressestrategien; Mischung von frei zugänglichen und

kostenpflichtigen Aktivitäten;
o BesucherInnenerlebnisbeständigkeit:

Zufriedenheitsgrad; Komfort (auch: Sauberkeit), Sicherheit (Familien, Frauen, Kinder und Senioren), Sauberkeit (Abfallverwaltung, Gestaltung der Anlage), Dienstleistungsqualität (Empfang, Toiletten, Schattenbereiche, Ruhezonen, Kinderwagenstellplätze usw.); Besucherströme (FußgängerInnen, Fahrzeuge, Lieferverkehr), Thematisierungsplan (Atmosphäre, Erscheinungsbild, Kulissen, Drehbuch, einzelne thematische Bereiche und Attraktionen) o Operationelle Beständigkeit: Erhöhung der Verweildauer; Dimensionierung, ganzjährige Bespielbarkeit, technische Wartung, Weiterbildung (Qualität des

Personals)
o Wirtschaftliche Beständigkeit:

ppp (public private partnership); Strategien für Neuinvestitionen, Druck des Immobilienhandels vermeiden, Aufbau der Verwaltungsstrukturen

Die Beauftragung:

Die MA 21 hat Ende des vorigen Jahres einen öffentlichen Wettbewerb über die Entwicklung des Gesamtgebietes "Wiener Volksprater, Messe Süd, Krieau" durchgeführt. Dabei wurden fünf Teilnehmer namentlich geladen, daneben wurden auf einer Internetplattform die Ausschreibungsunterlagen bereit gestellt und die formalen Kriterien erläutert. Insgesamt wurden rund 75 Konzepte eingereicht.

Emmanuel Mongon, Geschäftsführer der Firma Imaginvest, war der einzige Anbieter, der im Rahmen des Ideenfindungsprozesses die Konzeption eines Masterplans für den Prater und den Südbereich der Messe angeboten hat. Im Masterplan werden sämtliche Ideen, Konzepte und Strategien vereinigt und als vollständiges Dokument vorgelegt.

Der Masterplan, dessen Erstellung ca. 9 Monate in Anspruch nehmen wird, bietet damit eine solide Ausgangsbasis für die Umsetzung der folgenden Phasen. Der Vertrag mit Emmanuel Mongon erstreckt sich bis Juni 2006. Damit sind auch konkrete Realisierungsschritte basierend auf dem Masterplan enthalten, der nach Bedarf adaptiert werden kann. Grundlage für den Masterplan ist einerseits die bestehende Situation im Prater, d.h. die Praterunternehmer mit ihren Angeboten. Andererseits die im Rahmen des Ideenfindungsprozesses eingebrachten Ideen.

Emmanuel Mongon / Imaginvest

Mit Imaginvest konnte ein internationales Unternehmen gewonnen werden, dessen Kernbereich hauptsächlich in der Masterplanung von Erlebniswelten besteht - ein neuer Berufszweig, in welchem die Firma weltweit zu den Leadern zählt. Ing. Mongon selbst ist Absolvent der ETH Zürich und Denkmalschutz-Experte (1984: 1. Preis der europäischen Kulturstiftung für Denkmalschutz-Projekt). Seit vielen Jahren widmet er sich der Planung von Freizeitanlagen: Parc Asterix bei Paris, Tripsdrill (Stuttgart), die als Weltkulturerbe der UNESCO (World Heritage List) geführte mittelalterliche Stadt Provins und Kongeparken (Norwegen) sind Projekte von Imaginvest.

"Unsere internationale Erfahrung hat gezeigt, dass mit den Projekten hohe Risken verbunden sind und dass die Zahl der Konkurse bedeutend ist. Die Schwierigkeit liegt nicht darin, eine gute Idee zu haben, sondern sicherzustellen, dass alle Parameter eines Projekts untereinander kohärent sind." so Hr. Mongon. Imaginvest integriert und verarbeitet kontinuierlich 1.500 Parameter und kontrolliert ihre Harmonisierung während des gesamten Prozessablaufs.

Zeitplan

Beauftragung Emmanuel Mongon / Imaginvest: Juni 2003

Masterplan-Erstellung: bis April 2004 - parallel dazu: Entwicklung einzelner Projekte begleitende Realisierung durch Imaginvest: bis Juni 2006; Fußball-EM: Juli 2008

"Der Prater ist weltweit die älteste noch in Betrieb befindliche Freizeitanlage - und eine der größten Europas. Wir haben die Vision, dem Prater den Platz wiederzugeben, der ihm zukommt - nämlich, wieder einer der führenden Freizeitanlagen der Welt zu werden." so Laska abschließend. (Schluss) mw

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