SPÖ-Harwanegg: Subvention Wiens für Sudetendeutsche Bevölkerungsgruppe Teil der eingegangenen Verpflichtungen der Republik Österreich

Signal der Versöhnung und des gegenseitigen besseren Veständnisses - Dotierung des Vertriebenenfonds soll Ärmsten zu Gute kommen

Wien (SPW-K) - Eine eingehende Darstellung des Verwendungszweckes der von der Stadt Wien für den Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften zugesicherten Subvention gab SPÖ-Gemeinderat Volkmar Harwanegg in seinem Debattenbeitrag am Mittwoch im Wiener Gemeinderat. Harwanegg erläuterte, dass der Beitrag Wiens auf einem Beschluss der Landeshauptleute-Konferenz im März des Vorjahres zurückgehe und die vom Bund und den Ländern beschlossene finanzielle Unterstützung für diese Volksgruppe ein Teil der finanziellen Verpflichtung, die die Republik bereits vor vielen Jahren eingegangen, aber bei der sie lange säumig gewesen wäre, sei. "Mit den Mittel soll vor allem ein Vertriebenenfonds dotiert werden, dessen Zinsenerträge in erster Linie jenen Vertriebenen zu Gute kommen soll, die die größten finanziellen Verluste hinnehmen haben müssen und sich nun in ihren letzen Lebensjahren in einer besonders schwierigen Lebenssituation befinden", hob Harwanegg hervor. ****

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab Harwanegg einen Überblick über die Chronologie der Abläufe der Ereignisse vom Beschluss der Landeshauptleutekonferenz bis zur neuerlichen Vorlage des betreffenden Geschäftsstückes in der heutigen Sitzung des Gemeinderates. Er erinnerte daran, das die Mittelaufkommensaufteilung zwischen dem dem Bund und den Ländern nach dem Bevölkerungsschlüssel vorgenommen worden sei und nicht zuletzt die Grüne Fraktion im Nationalrat der Lösung zugestimmt habe. Die Geschichte der Sudetendeutschen sei eine besonders interessante, weil sie eine Volksgruppe sei, die viel geleistet habe und aus der zahlreiche bedeutende österreichische Politiker hervorgegangen seien, betonte Harwanegg. Er nahm auch Bezug auf die Seliger-Siedlung, im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, in der viele vertriebene Sudetendeutsche nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Zuhause gefunden hätten. Seliger sei in der Zeit der Habsburger-Monarchie einer der Pioniere der Sozialdemokratie in Böhmen und Mähren gewesen, wie ebenso die organisierte Gewerkschaftsbewegung dort ihre Ursprünge habe.

Harwanegg informierte auch darüber, dass viele Sudentendeutsche, die in den Wirren der letzten Kriegstage oder in den ersten Nachkriegstagen ihre noch vorhandenen Finanzen nach Wien in transferierten, letztlich diese dennoch verloren hätten. Niemand habe sie damals in ihren Bemühungen, doch noch zu ihrem Besitz zu gelangen, unterstützt. Der Gemeinderat stellte zudem klar, dass es bei der Subvention um eine solche an die Sudetendeutschen und nicht an das von den Grünen zitierte "Haus der Heimat" gehe und die Subvention an die Erfüllung gewisser Auflagen seitens der Subventionsnehmer gebunden wäre.

"Mit der nunmehrigen finanziellen Unterstützung der aus ihrer ursprünglichen Heimat vertriebenen und nun in Österreich lebenden Sudetendeutschen - in der Regel Altösterreicher - soll auch ein deutliches Signal der Versöhnung gesetzt werden; aber auch ein solches der Hoffnung, dass der Dialog zwischen den nun in den ehemaligen Sudetengebieten siedelnden Bürgern der Tschechischen Republik und den nun in Östereich lebenden Sudetendeutschen im Sinne des gegenseitigen besseren Verständnisses weitergehen werde, schloss Harwanegg. (Schluss)

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