Wiener Gemeinderat (4)

Drei-Jahres-Vereinbarungen im Kulturbereich

Wien (OTS) - Die ÖVP stehe der geplanten Theaterreform offen gegenüber und vermerke positiv, dass die Opposition eingebunden sei, sagte GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP). Die Grundkriterien der Reform aus VP-Sicht skizzierte er in drei Punkten: Es sollte einen konstruktiven Dialog mit der betroffenen Szene geben, die rechtlichen Fragen müssten gelöst werden und es sollte eine Theaterkommission geben, die öffentlich auszuschreiben sei. Nach Vorstellungen seiner Fraktion sollte es zu der Reform auch eine begleitende Evaluierung geben. Salcher sprach von einer großen Chance für die Wiener Theaterlandschaft und unterstrich die Bereitschaft seiner Partei zu einem konstruktivem Prozess. Abschließend erneuerte der Redner die Kritik am Rabenhoftheater.

Wien habe eine reichhaltige Theaterlandschaft und müsse für die finanziellen Rahmenbedingungen sorgen, konstatierte GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ). In der Vergangenheit sei zu viel Geld für die Freien Gruppen verwendet worden, der hohe Mitteleinsatz habe nicht mehr Zuschauer gebracht. In der Programmgestaltung würden die Bedürfnisse des Publikums vernachlässigt. Dies müsse sich in Zukunft ändern. Auch der parteipolitische Einfluss auf Kunst und Kultur müsse zurückgedrängt werden. Ein Theater sei ein künstlerisch-wirtschaftliches Unternehmen und sollte auch so betrachtet werden. Auch sie sprach von einer Chance für den Theaterbereich durch die bevorstehende Reform und appellierte an den Kulturstadtrat, Ideen und Vorschläge der Opposition ernst zu nehmen.

Auch GR Ernst Woller (SPÖ) sprach von einer großartigen Theaterlandschaft in Wien. Auf Initiative des Kulturstadtrates sei es nun zu einer Analyse und Studie gekommen, die viel Zustimmung aus den Parteien und von den Betroffenen brachte. "Wir setzen zu einer großen Reform der Theaterlandschaft an", unterstrich Woller und verwies auch darauf, dass die Studie die Förderung der Freien Theater in Wien positiv beurteile. Künftig gelte es, die Mittel besser einzusetzen, nach der Devise "lieber weniger aber besser". Der Kulturstadtrat sei sehr bemüht, diese Reform auch bestmöglichst politisch abzusichern, der Gemeinderat solle eine Willenskundgebung dazu beschließen und den Rahmen für die kulturpolitischen Ziele der Theaterreform festlegen. Er begründete die vorliegenden Drei-Jahres-Vereinbarungen, die Kritik am Rabenhoftheater wies er zurück.

Abstimmung: Die vier Anträge wurden mit Mehrheit angenommen, der Antrag der Grünen einstimmig zugewiesen. (Forts.) js/rr

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