Dobnigg: voestalpine darf nicht verscherbelt werden!

SPÖ-Abgeordneter vehement gegen Ausverkauf österreichischer Unternehmen

Wien (SK) Nachdem sich die Gerüchte zunehmend verdichten, wonach Frank Stronach die voestalpine erwerben will, dieser jedoch nur am Autoersatzteil-Bereich "motion" wirkliches Interesse habe und eine Filetierung des Konzerns vornehmen werde, forderte SPÖ-Abgeordneter Karl Dobnigg einen sofortigen Stopp des Ausverkauf österreichischer Unternehmen. "Die voestalpine als profitables österreichisches Unternehmen darf nicht verscherbelt werden", sagte Dobnigg Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Dobnigg forderte die Regierung auf, endlich eine aktive Wirtschafts- und Industriepolitik in Österreich zu forcieren, damit die Beschäftigung gesichert wird und die Jugend eine Chance auf Arbeit bekomme. ****

Gegenwärtig halte der Staat 34,7 Prozent an dem Unternehmen. 6,5 Prozent der Aktien seien im Besitz der Mitarbeiter, dieser Anteil soll sich in den nächsten Jahren auf zehn Prozent erhöhen. Der obersteirische SPÖ-Abgeordnete sieht in den im Raum schwebenden Kaufsabsichten des Magna-Bosses insofern eine große Gefahr, als Stronach eigentlich nur am Bereich "motion", also der Autoersatzteilbranche der voestalpine interessiert wäre und andere Bereiche sofort wieder weiterverkaufen würde. Somit wären Forschung und Entwicklung und unzählige Arbeitsplätze - nicht nur am Standort Donawitz, der über rund 2.000 Beschäftige verfügt - gefährdet. Derzeit beliefern ca. 1.500 Firmen den Standort in Donawitz, davon sind über 900 aus Österreich bzw. der Steiermark, wodurch auch bei diesen Firmen tausende Arbeitsplätze gesichert sind. "Käme es zum Verkauf, würden auch diese Arbeitsplätze wackeln", so Dobnigg.

Der SPÖ-Abgeordnete tritt daher vehement gegen einen Ausverkauf österreichischer Parade-Unternehmen ein. Es müssten unbedingt 25 Prozent und eine Aktie im Besitz des Staates bleiben. Wie ernst die Lage hinsichtlich eines totalen Ausverkaufs österreichischer Paradeunternehmen sei, zeigten die Ereignisse der letzten Tage: Bei der Aufsichtsratssitzung der ÖIAG am 13. Juni habe der ÖIAG-Aufsichtsrat das Privatisierungsprogramm für voestalpine, VA-Tech, Böhler Uddeholm, Bergbauholding, Post, Postbus und Austria Telekom über die gesamte Legislaturperiode entsprechend dem von Finanzminister Karl-Heinz Grasser am 9. Mai erteilten Privatisierungsauftrag beschlossen. Damit werde der Verkauf der voestalpine zu 100 Prozent eingeleitet, so Dobnigg abschließend. (Schluss) se/mm/mp

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