VP-Salcher: Historikerkommission soll Nazi-Ehrengräber prüfen

Ablehnung der unabhängigen Prüfung zukünftiger Ehrungen durch SPÖ unverständlich

Wien (ÖVP-Klub) Anlässlich der Kulturdebatte im Wiener Gemeinderat brachte der Kultursprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Andreas Salcher, einen Antrag auf Einsetzung einer Historikerkommission zur Überprüfung hoher Ehrenzeichen, die während des Nazi-Regimes vergeben wurden, ein. Dies angesichts des Beschlusses im Wiener Gemeinderat vom 23.5.2003, mit dem Walter Nowotny, hochdekoriertem NS-Luftwaffenoffizier, das Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof aberkannt wurde. "SPÖ und Grüne haben dies damals gemeinsam beschlossen. Die ÖVP will es sich aber nicht so leicht machen", so Salcher, "und beantragt daher die Einsetzung einer unabhängigen Expertenkommission."****

Die Aufgabe dieser Kommission wäre es, bestehende hochrangige Ehrungen durch die Stadt Wien, insbesondere Ehrengräber, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich vergeben wurden, zu untersuchen.
"Man könne nicht alle über einen Kamm scheren", betont Salcher, " es muss daher in jedem Fall geprüft werden, ob und inwieweit sich eine geehrte Person durch besondere Haltung und Taten zugunsten des Nationalsozialismus schuldig gemacht habe."

Der Expertenkommission solle ein britischer Militärhistoriker, je ein Historiker des Kriegsarchivs und des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, sowie Vertretern aller im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien, angehören.
"Es ist erfreulich, dass dieser Antrag die Zustimmung aller Parteien gefunden hat und dem Ausschuss für Kultur und Wirtschaft zugewiesen wurde", so Salcher.

Umso unverständlicher ist es für LAbg. Andreas Salcher, dass ein zweiter, ebenfalls von ihm eingebrachter Antrag, der die Erstellung einer Kriterienkataloges hinsichtlich künftiger Verleihungen von hochrangigen Auszeichnungen, Ehrenbürgerschaften und Ehrengräbern durch die Stadt Wien vorsieht, von der SPÖ-Mehrheit abgelehnt wurde. Nach Meinung Salchers wäre es durchaus empfehlenswert bei konkreten Anlassfällen zu untersuchen, ob sich die zu ehrende Person in Anbetracht ihres Lebenslaufes einer Auszeichnung als würdig erweist. "Ein zweiter Fall Heinrich Gross wäre damit in Hinkunft ausgeschlossen", begründet Salcher nachdrücklich seinen Antrag. (Schluss)

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