AK verlangt mehr Unabhängigkeit von Bilanzprüfern

Regierung muss EU-Empfehlung für unabhängige Bilanzprüfer umsetzen

Wien (AK) - Die EU hat unlängst Empfehlungen vorgelegt, wie die Unabhängigkeit von Bilanzprüfern gesichert werden soll. Diese Empfehlungen soll die Regierung jetzt auf Punkt und Beistrich umsetzen, sagt Heinz Leitsmüller, Betriebswirtschafts-Experte der AK. Den Prüfern muss unter anderem verboten werden, Anteile am geprüften Unternehmen oder seiner Töchter zu besitzen. Der erst vor zwei Jahren im österreichischen Handelsgesetzbuch verankerte verpflichtende Wechsel des Wirtschaftsprüfers nach 6 Jahren muß aufrecht bleiben, fordert Leitsmüller. Die Regierung müsse aus von Prüfern mitverschuldeten Pleiten die Konsequenzen ziehen. Beispiel sind der Energieriese Enron in den USA, aber auch die Riegerbank in Österreich, wo Kleinanleger viel Geld verloren haben.

Nach der Riegerbank-Pleite konnte die Arbeiterkammer in einem langen Verfahren durchsetzen, dass die Prüfer den vielen geschädigten Kleinanlegern Schadenersatz zahlen musste. Solche aufwändigen Verfahren im Interesse geschädigter Kleinanleger kann die Regierung allen Betroffenen in Hinkunft ersparen, sagt Leitsmüller.

Die Empfehlungen der EU-Kommission sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es muss damit aufgeräumt werden, dass Prüfer in Österreich mit dem geprüften Unternehmen verbunden sein dürfen.

Noch dürfen Bilanzprüfer in Österreich bis zu fünf Prozent des geprüften Unternehmens oder seiner Töchter besitzen - diese Einladung zur oberflächlichen Prüfung gehört ersatzlos abgeschafft, verlangt Leitsmüller. Bilanzprüfer dürfen auch keinen Beratungs- und Dienstleistungsaufträge im geprüften Unternehmen mehr haben. Die Prüfer sollen in regelmäßigen Abständen wechseln müssen. Für den Bestätigungsvermerk auf der Bilanz muss es Mindeststandards geben. Der derzeit im HGB vorgeschriebene formelhafte Bestätigungsvermerk hat für externe Bilanzleser keine Aussagekraft. Und wenn sich Prüfer nicht an die Bestimmungen halten, sollen sie sofort den Prüfauftrag verlieren und Strafe zahlen müssen.

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