Klagenfurter Fußball-EM-Stadion: LH Haider erinnert Scheucher an Vereinbarungen

Offener Brief an den Klagenfurter Bürgermeister

Klagenfurt (LPD) - In der neu aufgeflammten Diskussion um den Bau eines für die Austragung der Fußball-EM-Endrunde 2008 notwendigen Stadions in Klagenfurt hat sich heute Landeshauptmann Jörg Haider in einem offenen Brief an Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher gewandt. Darin erinnert Haider den Bürgermeister an den einstimmigen Beschluss der Stadt, das EM-Stadion mit 32.000 Sitzplätzen zu einem Drittel mit zu finanzieren und fordert von Scheucher die Einhaltung der Vereinbarungen.

Der offene Brief des Landeshauptmannes im Wortlaut:

"Ihre aktuellen Aussagen betreffend den Stadionbau, sehr geehrter Herr Bürgermeister, veranlassen mich, dazu ein offenes Wort an Sie zu richten.

+) Verträge und Beschlüsse sind einzuhalten. Die Stadt hat den einstimmigen Beschluss gefasst, das EM-Stadion mit 32.000 Sitzplätzen zu einem Drittel zu finanzieren.

+) Auch der Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel hat Ihnen bei der letzten Aussprache in Wien klargemacht, dass Vereinbarungen einzuhalten sind. Handschlagsqualität und Beschlusstreue sind Grundlagen jeder vertrauensvollen Zusammenarbeit.

+) Sie haben im Gemeinderatswahlkampf als Erfolg die EM-2008 auf Plakaten beworben und auch den Stadionneubau als Ihre Leistung herausgestrichen.

+) Weiters haben Sie in einer Pressekonferenz im Stadion am 25.4.2003 bekannt gegeben, dass für das EM-taugliche Stadion grünes Licht gegeben wurde. Warum nun der Meinungswechsel?

+) Das Land bekennt sich zur Politik, dass für die Jugend eine sinnvolle Freizeitgestaltung geschaffen werden soll, z. B. Sport- und Musikschulen, um die Probleme vieler junger Menschen mit Alkohol und Suchtgift gar nicht erst entstehen zu lassen.

+) Der Stadionneubau stellt aber auch die große Chance für die Sportbegeisterten und Jugendlichen in Klagenfurt und Kärnten dar. Hat sich doch gezeigt, dass überall dort, wo neue Stadien gebaut wurden, der Fußball wieder eine neue Hochblüte erlebt. Beispielhaft sollen hier der FC Basel oder der FC Salzburg genannt werden, wo mit einem Stadionbau ein echter Fußballboom ausgelöst wurde, der sich nicht nur in den hohen Zuschauerzahlen, sondern auch in einer stark steigenden Zahl an Nachwuchsspielern zeigt.

Im Sinne obiger Ausführungen darf ich Sie um Einhaltung der Vereinbarungen dringend ersuchen."
(Schluss)

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