Windenergie ist nicht Auslöser für 380kV-Leitungsausbau

St. Pölten (OTS) - Die Windkraft ist nicht Auslöser für den vom Verbund seit Jahrzehnten geforderten 380kV Ringschluss.

"Der Verbund spricht von 1500MW Windkraftausbau. Wir halten nur 700MW bis Ende 2008 für realistisch. Dass dieser Ausbau nicht der Auslöser für den 380kV-Ringschluss und die damit kolportierten Kosten von 370 Mio. Euro sein kann, bezeugt bereits die Tatsache, dass die Pläne für den 380kV-Ring in die 80er Jahre zurückreichen.", stellt Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft, entschieden fest.

Noch bis vor kurzem begründete der Verbund den Lückenschluss deshalb mit der überalterten Infrastruktur und den dramatischen Verbrauchszuwächsen: Zitat Verbund in einer Aussendung vom 4.12.2002 "Sichere Stromversorgung der Steiermark in Frage gestellt": "Das veraltete bestehende 220 kV-Höchstspannungsnetz ist bis zur Grenze der technischen Belastbarkeit strapaziert und lässt keine zusätzlichen Stromabgaben mehr zu. Seit ihrer Inbetriebnahme hat sich der Stromverbrauch in Österreich, bei nahezu unverändertem Nord-Süd Netzausbau verfünffacht. Im Zentralraum der Steiermark hat sich der Stromverbrauch im gleichen Zeitraum sogar verzehnfacht. Zusätzlich haben sich die Verbrauchsschwerpunkte durch eine überproportionale Steigerung der Verbrauchslasten infolge von Industrieansiedelungen massiv in den Großraum Graz und Süden der Steiermark verschoben."

Neben den enormen Verbrauchszuwächsen wurde die Situation der Nord-Süd-Verbindung bisher auch durch angemeldete und unangemeldete Stromtransite belastet sowie durch die betriebswirtschaftlich begründeten Abschaltungen der steirischen Wärmekraftwerke.

Gegner der Windkraft argumentieren damit, dass bei einem hohen Ausmaß von Windkraftleistung am Netz im Norden Österreichs viele Wärmekraftwerke in der Steiermark eigens eingeschaltet werden müssen, damit nicht die großen Windstrommengen in die Steiermark abfließen können und so die Leitung unzulässig überlasten. Der ökologische Nutzen der Windkraft wäre somit dahin. Logischer ist es jedoch, die Produktion der Wärmekraftwerke, die im Winter die bisher die schwache Leistung der Donaukraftwerke ausgleichen, in jenen Gebieten herunterzufahren, in denen die Windkraftanlagen geplant sind (z.B. Dürnrohr 405 plus 352 MW).

Natürlich wäre für die Entlastung des Nord-Südtransits neue Windkraftkapazitäten in der Steiermark und Kärnten wünschenswert. Durch die deutliche Absenkung der Einspeisepreise in der Steiermark durch die Ökostromverordnung von 8,5 Cent auf 7,8 Cent pro kWh können die 29 Windkraftprojekte, die in der Steiermark möglich wären, nicht verwirklicht werden. Die IG Windkraft fordert daher erneut eine Verbesserung der Einspeisepreissituation dieser Projekte.

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