Tumpel verlangt 5.000 neue Auffangnetz-Plätze zur Jugendausbildung

Zahl der Lehrstellen Suchenden wird sich im Juli mehr als verdoppeln

Wien (AK) - Mehr als 15.000 Jugendliche österreichweit werden nach Schulschluss eine Lehrstelle brauchen, haben jetzt die AK ExpertInnen errechnet. Die Zahl der Lehrstellen Suchenden wird mehr als doppelt so hoch sein wie jetzt im Juni. Die Unternehmer bieten aber nicht einmal 10.000 Plätze ab Juli. "Die Regierung muss daher sofort für Herbst 5.000 neue Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung zusagen", verlangt AK Präsident Herbert Tumpel. Er will überdies wieder Auffangnetz-Ausbildungen, in denen die Jugendlichen einen Lehrabschluss machen können - wie in den früheren Lehrlingsstiftungen. Und er kritisiert die Regierung: "Sie hat den dramatischen Lehrstellenmangel monatelang ignoriert. Auch im Regierungsprogramm findet sich kein Wort, wie Lehrplätze geschaffen werden sollen."

Auf dem Lehrstellenmarkt hat sich in den letzten Monaten nichts bewegt. Von derzeit 6.600 Jugendlichen, die oft schon seit einem Jahr eine Lehrstelle suchen, brauchen 3.500 sofort einen Ausbildungsplatz. 3.100 sind noch in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen (die übrigens nicht zum Auffangnetz gehören). Zu ihnen kommen jetzt 8.800 SchülerInnen dazu, die sich für Juli als Lehrstellen suchend vormerken haben lassen. Ihnen allen bieten die Unternehmer österreichweit nur 9.500 offene Lehrstellen - die meisten erst ab Juli.

"Da hilft nur die sofortige Aufstockung der Auffangnetz-Plätze zur Jugendausbildung im laufenden Lehrjahr", sagt Tumpel, "und zwar auf mindestens 5.000 Plätze. Und ich verlange, dass die Regierung den heurigen Schulabgängern und ihren Eltern sofort zusichert, dass sie im Herbst im Fall der Fälle mit einem Ausbildungsplatz im Auffangnetz rechnen können."

Tumpel will überdies wieder Auffangnetz-Ausbildungen, in denen die Jugendlichen den Lehrabschluss machen können - wie in den früheren Lehrlingsstiftungen. Dazu soll die Errichtung besonderer selbstständiger Ausbildungseinrichtungen gefördert werden, in denen Jugendliche in zukunftsorientierten Berufen wie EDV-Technik oder Medientechnik eine Ausbildung machen können. Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, sollen diese Ausbildung mitfinanzieren. Für die Förderung von Lehrverhältnissen in zukunftsorientierten Lehrberufen muss es Kriterien geben. Die im Vorjahr beschlossene Lehrausbildungsprämie soll nicht mit der Gießkanne über den Unternehmen ausgeschüttet werden, sondern etwa nur unter der Bedingung eines positiven Lehrabschlusses vergeben werden.

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