Ettl: Europäische Textilindustrie darf nicht den weltweiten Handelsverzerrungen ausgeliefert werden

Wien (SK) "Wenn man Chinas Textilindustrie weiter so gewähren lässt wie bisher, also den europäischen Textilmarkt mit Produkten überschwemmt, deren Preise teilweise unter den Selbstkosten liegen, so werden in der erweiterten EU hunderttausend Arbeitsplätze gefährdet." Zu dieser ernüchternden Einschätzung kommt Harald Ettl, SPÖ-Europaabgeordneter und Mitglied des Ausschusses für Beschäftigung und Soziales, nach der gestrigen Aussprache mit dem für Handelsfragen zuständigen EU-Kommissar Lamy im Europäischen Parlament in Brüssel. Dabei kamen wichtige Aspekte zur Zukunft der europäischen Textilindustrie zur Sprache. ****

Ettl: "Mit dem Auslaufen des Welttextilabkommens 2005 werden die letzten Zoll- und Handelsbarrieren abgebaut. Damit verschärft sich die Situation in Europa abermals: Denn schon bisher haben sich große Märkte wie die USA und Japan durch unfairste Handels- und Zollbarrieren gegenüber Produkten aus Europa geschützt. Und künftig muss sich Europa wieder mit Waren aus Ländern konkurrenzieren, in denen die Menschrechte mit Füßen getreten werden."

Aber, so Ettl weiter, für Europa liege der Ausweg aus diesem Dilemma nicht im Protektionismus, sondern führe über das Prinzip der Fairness und der gegenseitigen Gleichbehandlung der Handelsbedingungen.

Dies entspreche auch der für die zukünftigen Verhandlungen von Kommissar Lamy anvisierten und mit den Sozialpartnern vereinbarten Strategie. "Es ist positiv, dass sich Lamy zu einer offensiven Vision für die europäische Textilindustrie bekennt und allen Unkenrufen, wonach es sich hier um eine altmodische Branche handelt, eine Absage erteilt."

Vielmehr habe sich der Kommissar für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Textilindustrie und für eine Liberalisierung, die nicht auf Kosten der Umwelt und des Sozialen geht, ausgesprochen. (Schluss) se/bw

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