Betriebsräte: Der ökonomische Autismus des AUA-Vorstandes

Vom "Körberlgeld", Unwahrheiten und anderen Ungereimtheiten

Wien (HTV/ÖGB). Mehr als einen Million Euro an Kostenersparnis haben die AUA-Bordbetriebsräte dem AUA-Vorstand angeboten. Doch dieser hat abgelehnt und besteht weiter auf der Kündigung von 26 Copiloten. "Für uns ist das schlicht ökonomischer Autismus. Der Vorstand will nicht sparen, sondern durch die Kündigungsaktion die Beschäftigten demütigen und verunsichern", stellen dazu der Vorsitzende der Fachgruppe "Bord" in der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) und stellvertretende AUA-Bord-Betriebsratsvorsitzende, Dr. Wolfgang Hable, Thomas Fischelmaier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Lauda Air und Norbert Fröwis, Betriebsratsvorsitzender Tyrolean Airways, fest.++++

"Ein ökonomisch vernünftig handelnder Vorstand sollte im
Interesse der Sicherheit der Passagiere und der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens an einer motivierten Belegschaft Interesse haben", wirft Fröwis dem Vorstand unprofessionelles Handeln vor. Fischelmaier steht auf dem Standpunkt, dass Management, MitarbeiterInnen und Belegschaftsvertreter gemeinsam durch verantwortungsvolles Arbeiten ein Unternehmen selbst in schwieriger Situation zum Erfolg führen können. "Aber von diesem Prinzip will dieser Vorstand offensichtlich nichts wissen."

Hable, Fischelmaier und Fröwis sind inzwischen überzeugt, dass es dem Vorstand nur um Zwietracht, Demütigung der Beschäftigten und Schwächung der Arbeitnehmervertretung gehe. Beweise dafür bräuchten auch nicht lange gesucht werden. So haben sich die Belegschaftsvertreter bereit erklärt, einer Teilzeitregelung im Ausmaß der Höhe der Personalkosten für 26 zur Kündigung anstehenden Copiloten zuzustimmen.
Die Kosten für die Weiterbeschäftigung von Juli bis Dezember dieses Jahres berechnete der Vorstand mit 1, 069.001 Euro oder 96 Prozent Teilzeit.

Die tatsächlichen Kosten betragen laut Geschäftsleitung allerdings nur 380.000 Euro. Hable: "Um dem Spiel des Vorstandes mit den Existenzängsten der 26 betroffenen Copiloten ein Ende zu setzen waren wir bereit, dem Vorstand sogar zu einem 'Körberlgeld' zu verhelfen und boten die Zustimmung zu den sogenannten Kurzumläufen bei Japanflügen an. Damit könnten mehr als eine Million Euro eingespart werden."

Wie nicht anders zu erwarten war hat der Vorstand dies bis heute nicht angenommen und im Gegenzug in einem Schreiben an alle AUA-Beschäftigten angekündigt, den "Abbau der Personalüberkapazität im AUA-Pilotenkorps wie ursprünglich vorgesehen durchzuführen". Gleichzeitig weigert sich der Vorstand, wie international üblich, gekündigte Piloten vom Dienst freizustellen, da eine Kündigung eine besondere psychische Belastung für die Betroffenen darstellt und nach Ansicht von Flugexperten die Flugfähigkeit der Betroffenen nicht garantiert werden könne. Hable: "Dem Vorstand geht es nicht ums Sparen und um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, es geht ihm um die Demütigung der Beschäftigten."

Ein ähnliches Spiel betreibt der Vorstand auch in der Sache Konzern-Kollektivvertrag. Dieser werde mit dem Hinweis auf einen möglichen Branchen-KV abgelehnt und gleichzeitig stimmen die AUA-Vertreter in der Wirtschaftskammer gegen einen Branchen-KV. Hable, Fischelmaier und Fröwis: "Dieser Vorstand gefährdet nicht nur die Sicherheit der Passagiere und die Arbeitsplätze des Unternehmens, sondern auch den Erfolg der AUA-Aktie. Fragt sich nur, wie lange das gut geht:"(ff)

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