PRÖLL: POSITIVES SIGNAL ZUM SCHUTZ DER WALE ERREICHT

Internationale Walfangkommission setzt mit knapper Mehrheit Berlin-Initiative durch

Wien (OTS) Die "Berlin-Initiative" zum verstärkten Schutz der Wale ist ein positives und wichtiges Ergebnis der diese Woche in Berlin stattfindenden 55. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission. Das Abstimmungsergebnis mit 25 Pro- und 20 Kontrastimmen zeigt, wie schwierig das Umfeld für verbesserte Schutzmaßnahmen ist. Daher ist das erreichte Ergebnis doppelt wertvoll. Dies erklärte Lebensminister DI Josef Pröll in einer Einschätzung der Ergebnisse der IWC-Tagung in Berlin.****

Die Berlin-Initiative spricht eine Vielzahl von Gefährdungen dieser größten Meeres-Säugetiere an: sei es nun die Meeresverschmutzung, Lärm, Beifang oder auch die Klimaveränderungen. Die Berlin-Initiative hat die Gründung eines neuen "Conservation Committee" zum Inhalt, welches sich für den Schutz von Walen und Delfinen einsetzen und entsprechende Aktivitäten koordinieren soll.

Mit diesem unerwartet positiven Abstimmungsergebnis ist ein wichtiger weiterer Schritt in Richtung Schutz der Wale getan. Die Arbeit muss aber unvermindert weiter gehen, insbesondere zum Thema "wissenschaftlicher Wahlfang" ist höchste Aufmerksamkeit notwenig. Österreich wird auch in Zukunft alle Resolutionen unterstützen, die den wissenschaftlichen Walfang verurteilen. Japan dehnt den "wissenschaftlichen Walfang" von Jahr zu Jahr aus und hält mittlerweile beim Fang von ca. 450 Zwerg-, 10 Pott-, 50 Bryde- und 50 Seiwalen. Enttäuschend ist auch, dass Island, eben erst wieder in die IWC aufgenommen, ankündigte, 100 Finn-, 50 Sei- und 100 Minke Wale pro Jahr aus wissenschaftlichen Zwecken fangen zu wollen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ausdehnung der Walschutzgebiete. Bisher wurden unter der IWC im Indischen Ozean und im Meer um die Antarktis Schutzgebiete eingerichtet. Brasilien hat wieder die Einrichtung eines solchen im Südatlantik und Neuseeland (NZ) und Australien eines im Südpazifik vorschlagen, was aber wieder an der erforderlichen ¾ Mehrheit scheiterte.

Österreich ist seit 1995 Vertragspartei des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs und nimmt seit 1994 an den Jahrestagung des IWC teil. Österreich tritt als Vertragspartei aktiv für einen möglichst umfassenden Schutz aller Wale ein. In diesem Zeitraum ist es gelungen, manche Walbestände zu stabilisieren, z.B. die Zwergwale im Nordatlantik. Dennoch liegen die Bestände noch immer weit unter jenen des 19. Jahrhunderts. Durch den bisherigen Walfang sind einige Walarten bereits ausgerottet und viele an den Rand des Aussterbens gebracht worden, teilt das BMLFUW abschließend mit.

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