Geriatriezentrum St. Andrä wird 175 Jahre alt

Pittermann lud zur Jubiläumsveranstaltung

Wien (OTS) - Am Mittwoch wurde im Beisein von
Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker und dem Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Univ. Prof. Dr. Eugen Hauke, sowie KAV-Teilunternehmungsdirektor Prim. Dr. Ludwig Kaspar und etlichen Festgästen das 175-jährige Bestehen des KAV-Geriatriezentrums St. Andrä gefeiert. Ebenfalls unter den Jubilaren befand sich Anton Rupp, Bürgermeister der Stadt Herzogenburg, zu der die Katastralgemeinde St. Andrä angehört.

Selbstbestimmtes und erfülltes Leben im Geriatriezentrum

Vor 175 Jahren, am 1. Juli 1828, ging das einstige Kloster in St. Andrä an der Traisen in den Besitz der Stadt Wien über und wurde zunächst als Versorgungsheim, später als Pflegeheim geführt und im vergangenen Jahr in ein Geriatriezentrum umgewandelt. "Wir sprechen heute von geriatrischer Versorgung, weil sich in den vergangenen Jahren nicht nur die pflegerischen, sondern auch die medizinischen Erfordernisse gewandelt haben", erklärt Pittermann. Auch sei es unabdingbar, dass "Menschen, die altersbedingt nicht mehr in der Lage sind, alleine zu wohnen und sich selbst zu versorgen, dennoch Anspruch auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben haben". Diese Voraussetzungen sind im Geriatriezentrum St. Andrä "dank des Maßnahmebündels, das die Stadt Wien längst geschnürt hat, um Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit im Alter zu gewährleisten, zweifellos geschaffen worden", betont die Wiener Gesundheitsstadträtin.****

Hohes Qualitätsniveau dank zahlreicher Verbesserungsmaßnahmen

Zu einer der entscheidensten Verbesserungsmaßnahmen zähle die personelle Aufstockung, die im Geriatriezentrum St. Andrä im Laufe der vergangenen Jahre erfolgt ist, ergänzt Hauke: "Es scheint heutzutage unvorstellbar, dass noch in den 50-iger Jahren nur 26 Beschäftigte insgesamt 280 Patientinnen und Patienten versorgen mussten. Im Vergleich dazu kümmern sich heute 236 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das Wohl der 200 Bewohnerinnen und Bewohner." Erst die sukzessive Reduzierung der Betten und gleichzeitige Aufstockung der Beschäftigten "hat das hohe, auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnittene Qualitätsniveau im Geriatriezentrum St. Andrä ermöglicht. Man denke dabei nur an die Umstellung der Pflegeform von reiner Funktionspflege hin zu individuellen Pflegeformen, wie Gruppen- oder Bezugspflege, Pflegeassessment und ähnliches", erklärt der KAV-Generaldirektor

"Um den Bedürfnissen der modernen Geriatrie entsprechen zu können, investierte der Wiener Krankenanstaltenverbund in den vergangenen Jahren auch in etliche Adaptierungsarbeiten", berichtet Kaspar. So wurden beispielsweise in den 80-er Jahren die Möglichkeiten zur Unterwassertherapie geschaffen, eine Röntgenanlage installiert sowie die Ergotherapie erneuert. Seit den 90-er Jahren konnten sämtliche Stationseinrichtungen wesentlich verbessert werden. "Neben dem behinderten- und altengerechten Umbau der Sanitäreinrichtungen wurden auch die Zimmereinheiten verkleinert, sodass mehr Privatsphäre für die Bewohnerinnen und Bewohner gegeben ist", so Kaspar weiter.

Trotz aller Modernisierungsmaßnahmen nahm man bereits seit den 50-er Jahren bei etlichen Um- und Zubauten auf die ursprünglich barocke Bauweise Rücksicht. "Etliche im Laufe der Jahre in Mitleidenschaft gezogenen Einheiten, wie beispielsweise die barocke Kapelle des ehemaligen Stiftes, wurden renoviert, um das historische Erbe auf dem Areal zu erhalten," erklärt Ing. Franz Zauner, Verwaltungsdirektor des KAV-Geriatriezentrums St. Andrä.

Jeder dritte Patient kann nach der Rehabilitation wieder nach Hause kehren

Das KAV-Geriatriezentrum in St. Andrä bietet heute eine vielfältige Palette an Therapie- und Pflegeangeboten. "Besonders erfreulich ist, dass unsere Geriatriezentren für viele Menschen nur eine Zwischenstation sind", so KAV-Teilunternehmungsdirektor Kaspar. So können beispielsweise im Geriatriezentrum St. Andrä etwa 30 Prozent der Patienten nach der Rehabilitation wieder nach Hause zurückkehren.

"Die ständige Anwesenheit eines Arztes garantiert die medizinische Betreuung rund um die Uhr", berichtet Prim. Dr. Alirezah Fanizadeh, Ärztlicher Direktor des Geriatriezentrums. Dadurch können viele Erkrankungen, die sonst stationär in einem Krankenhaus behandelt werden müssten, direkt vor Ort versorgt werden. Insgesamt stehen den Patienten auf den sieben Krankenstationen des Geriatriezentrums St. Andrä 114 Pflegepersonen, sechs Ärzte und elf Therapeuten zur Verfügung.

Die Geschichte des Stiftes in St. Andrä an der Traisen

Nach dem Willen des Stifters, Walterus aus dem Geschlechte der Herren von Traisma, wurde das Gebäude in St. Andrä im Jahre 1160 durch den Bischof von Passau fertig gebaut und mit Augustiner-Chorherren besiedelt. Schon zum damaligen Zeitpunkt ließen die Chorherren ein Hospital errichten und widmeten sich der Krankenpflege. Nach wechselvoller Geschichte - Hungersnöte, Seuchen, usw. - wurde das Stift bei der Türkenbelagerung 1683 fast gänzlich zerstört. Erst im Jahr 1709 konnten die Wiederaufbauarbeiten unter Propst Augustin II Erath von Erathsberg abgeschlossen werden. 1787 erfolgte die Auflösung des Stiftes, das Stiftsgebäude blieb einige Jahre leer. Um 1800 diente der Bau als Kaserne, zwischen 1814 und 1815 als Militärspital. 1828 wurde das einstige Stift dem Magistrat der Residenzstadt Wien übergeben und diente als kk Versorgungshaus. Um während des zweiten Weltkrieges eine bessere Verpflegung der Anstalt zu ermöglichen, betrieb die Heimleitung sogar eine eigene Landwirtschaft mit Schweine- und Hühnerzucht am Anstaltsareal.

rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) bw/gn/rog

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Krankenanstaltenverbund/Public Relations
Birgit Wachet
Tel.: 53114/60103
birgit.wachet@wienkav.at
Wiener Krankenanstaltenverbund/Stabsstelle PR
Gabriele Nigl,
Tel.: 53114/60012
gabriele.nigl@wienkav.at
MMag. Andrea Rogy
Tel.: 53 114/81 231
Handy: 0664/516 44 73
andrea.rogy@ggs.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0025