Sallmutter zu Leitl: Simplifizierungen nutzen der Sache nicht

EU-Richtlinie gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz und nicht zur Reduzierung von Einkommen

Wien (GPA/ÖGB). "Wirtschaftskammer Präsident Christoph Leitl erweist der sozialpartnerschaftlichen Kooperation für eine moderne Einkommenspolitik keinen guten Dienst, wenn er sich der simplifizierenden und falschen Analyse der EU-Gleichbehandlungsrichtlinie des Arbeitsministeriums anschließt. Aus dieser Richtlinie den Ausstieg aus dem Biennalsystem herauszulesen, ist mehr als gewagt und verkehrt die eigentliche Absicht der Richtlinie", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter.++++

"Der Wirtschaftskammerpräsident müsste wissen, dass in keinem Kollektivvertrag die Entlohnung alleine aufgrund des Alters festgeschrieben ist, sondern vielmehr die Entlohnung nach der Dauer der Branchen- oder Betriebszugehörigkeit sowie des beruflichen und betrieblichen Erfahrungswissens - unabhängig vom Alter - gestaltet ist. Auch weiß Präsident Leitl, dass die Gewerkschaft der Privatangestellten in vielen Kollektivverträgen die Abflachung des Senioritätsprinzips bereits realisiert. Für die gemeinsame Entwicklung neuer und moderner Gehaltssysteme wirken simplifizierende und auf falschen Tatsachen beruhende Aussagen kontraproduktiv. Wir laden aber die Wirtschaftskammer gerne ein, über die Umsetzung der betreffenden EU-Richtlinie in Sachen Diskriminierungsschutz zu beraten. Die Richtlinie sieht zum Beispiel vor, dass der Abbau älterer Arbeitnehmer erschwert wird und die Angabe von Altersangaben in Inseraten unmöglich gemacht wird", schließt Sallmutter.

ÖGB, 18. Juni 2003
Nr. 529

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