Helmut Draxler: Entwicklung im Bergbau 2002 uneinheitlich; Vorsichtiger Optimismus für 2003

Wien (PWK388) - "Das Ergebnis für den österreichischen Bergbau gestaltete sich im Jahr 2002 uneinheitlich. Die nachlassende wirtschaftliche Dynamik ab der zweiten Jahreshälfte 2002 hatte aber zweifellos auch Auswirkungen auf die einzelnen Bergbaubranchen", analysiert der Fachverbandsobmannstellvertreter Generaldirektor Helmut Draxler (RHI AG). Insgesamt war die Auftragslage äußerst unterschiedlich. Während etwa der Salzbergbau boomte und auch für den Eisenglimmerbergbau oder den Magnesitbergbau eine durchaus positive Bilanz gezogen werden kann, verschlechterte sich die Auftragslage z.B. beim Wolframbergbau.

Eine Steigerung der Exporte gelang im vergangenen Jahr nur teilweise, wie im Salz- und Eisenglimmerbergbau. In den anderen Sparten kann im Wesentlichen von einer gleichbleibenden Situation gegenüber 2001 gesprochen werden. Eine Verbesserung der Preissituation war nur in wenigen Fällen - für bestimmte Spezialprodukte - zu erreichen. Überwiegend entsprach jedoch die Preisentwicklung nicht den Erwartungen der österreichischen Bergbauproduzenten.

Das Investitionsklima war aufgrund der konjunkturellen Abkühlung -wenn auch branchenspezifisch unterschiedlich - beeinträchtigt. Außerdem sehen sich die Bergbaubetriebe mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert. Draxler: "Wir erwarten nicht unerhebliche Belastungen durch nationale und EU-Auflagen im Umwelt-, Energie- und Sicherheitsbereich, v.a. die Emissionshandelsrichtlinie, die Energiesteuer, das Altlastensanierungsgesetz, die geplante Richtlinie für Bergbauabfälle sowie die Änderung der Seveso-Richtlinie. Den Standort Österreich zu behaupten, wird dadurch schwieriger."

Die Entwicklung der Bergbausparten 2002

Der Braunkohlebergbau steigerte im Jahre 2002 seine Produktion um 17% auf 1,4 Mio. to.

Der Erzberg lieferte 2002 ca. 2,0 Mio. to (Erz und Möllerzuschlagstoffe) an die Hüttenwerke Linz und Donawitz.
Der Eisenglimmerbergbau verbesserte seine Auftragslage. Zudem gelang es, die Exportrate (97%) zu steigern.
Eine Verschlechterung der Auftragslage verzeichnete 2002 der Wolframbergbau; dementsprechend wurde auch die Produktion gegenüber dem Vorjahr um fast 10 % zurück-genommen. Auch die Preisentwicklung war rückläufig. Für 2003 wird aber wieder eine Verbesserung der Preissituation erwartet.
Keine wesentliche Veränderung der Auftragslage gegenüber 2001 wies der Grafitbergbau auf.
Auf ein zufriedenstellendes Jahr 2002 blickt der Talkbergbau zurück, da die geringfügige Verschlechterung der Auftragslage durch einen geänderten Produktmix und einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 1,5% und einen damit um 6% erhöhten Umsatz überkompensiert wurde. Die Exporte in den immer wichtiger werdenden osteuropäischen Raum verzeichneten ein Plus von 6%. Ebenfalls werden die Zielmarktaktivitäten in diesen Raum verstärkt. Optimistisch sieht man beim Talkbergbau auch das Jahr 2003. Es wird eine Verbesserung der Auftragslage angestrebt.
Der Kaolinbergbau meldete eine gleichbleibende bis sinkende Produktion gegenüber 2001. Es wird 2003 von einer positiven Entwicklung in Richtung verbesserte Auftragslage ausgegangen. Positiv entwickelte sich Absatz und Auftragslage des größten österreichischen Magnesitbergbau-Betreibers und des weltweit führenden Herstellers von Feuerfestprodukten, der RHI AG. Entsprechend verzeichnete auch der heimische Magnesitabbau 2002 eine Steigerungsrate von 10% gegenüber dem Vorjahr auf 610.000 to. Auch für das laufende Geschäftsjahr wird eine positive Entwicklung erwartet, die österreischischen RHI Refractories Werke sind sehr gut ausgelastet, produzieren z.T. deutlich über Budget. Die Exportrate von RHI Refractories liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau (97 %).

2002 war ein ausgezeichnetes Jahr für den Salzbergbau. Die Auftragslage verlief sehr gut; witterungsbedingt gab es beim Auftausalz Rekordabsätze. Die Produktion wurde 2002 weiter gesteigert. Bei den Exporten setzte sich die positive Entwicklung des Vorjahres fort. Als einziger Wertmutstropfen werden nur marginale und punktuelle Preiserhöhungsmöglichkeiten gesehen. Die Salinen sehen für das Jahr 2003 sowohl eine Steigerung des Absatzes als auch eine leichte Anhebung der Produktion vor.

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