Neue Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Kagran eröffnet

Bürgermeister Dr. Michael Häupl nimmt feierliche Eröffnung vor

Wien (OTS) - Gestern, Dienstag, eröffnete Bürgermeister Dr. Michael Häupl die neue Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Kagran. Am Festakt nahmen u.a. Jugend- und Bildungsstadträtin Grete Laska, Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl und Bezirksvorsteher Franz-Karl Effenberg teil.

Bürgermeister Dr. Michael Häupl: "Dieser Neubau macht die Anstrengungen der Stadt Wien in Sachen Lehrlingsausbildung sichtbar. Wir haben uns immer zu dem dualen Ausbildungssystem bekannt und sind mit unseren Schulen in der Lehrlingsausbildung aktiv. Sparen an der Ausbildung unserer Kinder ist Sparen an der Zukunft - in diesem Sinne investieren wir weiterhin in Schulbauten und die Ausstattung der Schulen." Häupl appellierte an die Wirtschaft sich hier mehr einzubringen um große Jugendarbeitslosigkeit hinten anzuhalten. Abschließend wies Häupl auch auf die Attraktivität des Wiener Blumenschmucks für den Tourismus hin.

Der Neubau wurde auf Grund diverser Lehrplanänderungen und steigender SchülerInnenzahlen - seit dem Jahre 1993 konnte ein kontinuierlicher Anstieg von 550 auf derzeit 640 verzeichnet werden -notwendig. Die neue Schule, deren Grundsteinlegung im Dezember 2000 erfolgt ist, wurde seitens der MA 56 (Städtische Schulverwaltung) in rund 1 1/2jähriger Bauzeit auf dem Areal des Berufsschullehrgartens im Bereich Donizettiweg 31 errichtet.****

Gärtnerische Lehrausbildung gefragt

Im Schuljahr 2002/2003 wurden durchschnittlich 26-28 Klassen mit rund 640 BerufsschülerInnen geführt. Diese werden zu GärtnerInnen (landwirtschaftliche Urproduktion), Friedhofs- und ZiergärtnerInnen (Handwerk Gärtner), LandschaftsgärtnerInnen (Handwerk Gärtner) oder FloristInnen ausgebildet.

In der Berufsschule werden kaufmännische Gegenstände wie Wirtschaftskunde mit Schriftverkehr, Rechnungswesen, berufsbezogenes Englisch und Deutsch und Kommunikation sowie politische Bildung, aber insbesondere fachspezifische Gegenstände wie Pflanzenkunde, Obst- und Gehölzkunde, Blumen- und Zierpflanzenbau, Pflanzenschutz und Gemüsebau unterrichtet. Auch die praktische Arbeit kommt nicht zu kurz.
Die universelle Ausbildung im Bereich des Blumen- und Zierpflanzen-und Gartenbaus, des Baumschulwesens und der Gartengestaltung ermöglicht anschließend gute Chancen im Stadtgartenamt ebenso wie in der Privatwirtschaft. Zahlreiche Themengärten, Produktionsflächen, Pflanzensammlungen und Sortimentssichtungen stehen den Jugendlichen in den Donaustädter Blumengärten (Blumengärten Hirschstetten, Schulgarten Kagran) zur Verfügung. Exkursions- und Workshopangebote für alle Wiener Schulen ergänzen das Programm.

Das Wiener Stadtgartenamt (MA 42) ist der größte Lehrlingsausbildner Österreichs im Beruf des/der landwirtschaftlichen Gärtners/-in. Gerade in der jetzigen Zeit, wo das Lehrstellenangebot für junge Menschen auch im gärtnerischen Bereich immer knapper wird, stellt die MA 42 im Ausbildungswesen und für die Weiterentwicklung des Berufsstandes einen wichtigen Faktor dar. Von den derzeit 150 in der neuen Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Kagran in Ausbildung stehenden landwirtschaftlichen GärtnerInnen (Frauenanteil:
ca. 50%) haben alleine 80, also fast 50%, ihren Lehrplatz beim Stadtgartenamt. Damit ist im Rahmen der 3jährigen Ausbildung sowohl die theoretische als auch die praktische Lehrlingsausbildung zwischen Berufsschule und MA 42 sehr eng verzahnt.

Qualitätsvolle Architektur für unsere Jugend

Seitens der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) wurde ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt, wobei der Sieger, die Wiener Architektengruppe Atelier 4, mit der Planung und dem Projektmanagement beauftragt wurde.

Die Lage des neuen Gebäudes mitten im gärtnerischen Grünland wird durch eine klare, kubische, rechteckige, pavillonartige Gesamtform entwickelt, die nicht in Konkurrenz zum östlichen Park und den Gartenbaukulturen tritt, sondern gleichsam als ökologisches Ganzes einen Dialog mit der Umgebung eingeht und sich in die gegebene Situation einfügt. Ein großer Vorplatz schafft genügend Distanz zu der vis á vis des Donizettiweges situierten Einfamilienhausbebauung. Ein Verbindungsgang erschließt auch das ebenerdige Betriebsgebäude der MA 42, für die Garderoben, Nassräume und Lager im neuen Schulgebäude untergebracht wurden.

Die Architekten wollten mit ihrem Konzept vermitteln, dass innerhalb der strengen rechteckigen Grundform über Plateauebenen und Durchblicke, die sich zum Park hin öffnen und teilweise überdacht sind, auch Offenheit herrscht. Die verschiedenen Ebenen beinhalten Themenbereiche wie Atrium, Innenhof, Dachgarten und das biologische Fenster - die Gestaltung von Auslagen erfolgte durch die SchülerInnen.

Der Gebäuderohbau wurde als Stahlbetonskelettbau ausgeführt, die behindertengerechte Erschließung ist durch einen Aufzug und Rampen gewährleistet. Die Dächer wurden teilweise intensiv und extensiv begrünt.

Auf einer bebauten Fläche von rund 2.000 m2 wurden insgesamt 9 Klassen, 5 Gruppenräume, 1 Labor und 1 EDV-Raum sowie die erforderlichen Werkstätten für die FloristInnen, Verwaltungsräume, 1 Mehrzweckraum, 1 Speiseraum, 1 Ausgabeküche, diverse Nebenräume und 1 Normturnsaal errichtet. Die Kosten für den Neubau betrugen ca. 11 Mio. Euro.

Alternative Energiemaßnahmen

Innovative Architektur der Nachhaltigkeit und Energiemaßnahmen der Zukunft sollen gerade jungen Menschen vor Augen geführt werden. In diesem Sinne kommen auch in der neuen Schule alternative Energiemaßnahmen zur Anwendung: Eine ökologischen Bauteilheizung, die als reine Strahlungsheizung konzipiert ist und Klassenzimmer ohne Radiatoren vorsieht, liefert einen Beitrag zur Energieeinsparung und Senkung der Betriebskosten.

Die Photovoltaikanlage dient einerseits der Solarstromgewinnung und übernimmt gleichzeitig den Sonnenschutz.

Nutzwasserleitungen, die für die WC-Spülung sowie die Gartenbewässerung eingesetzt werden, erlauben den sparsamen Umgang mit Wasser.

Weiters wurde unter dem Motto "Gute Luft für gute Schüler" ein Versuchs- und Forschungsprojekt gestartet: Eine gesteuerte Frischluftzuführung in den Klassen (kontrollierte Be- und Entlüftung) soll die Luftqualität in den Klassenzimmern wesentlich verbessern. Ebenso wie in anderen städtischen Bauvorhaben bilden auch hier diese Maßnahmen einen wichtigen Baustein des KLIP-Klimaschutzprogramms der Stadt Wien.

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(Schluss) eg

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