SP-Klubobmann Dr. Karl Frais: Gehrer bremst Ausbau der oö. Fachhochschulen

Keine zusätzlichen Mittel für Erweiterung der Fachhochschulen im Bundesbudget vorgesehen=

Bundesministerin Gehrer hat angekündigt, dass der Bund für das Studienjahr 2004/05 keine zusätzlichen Fachhochschulstudiengänge mehr finanzieren wird. Dadurch sieht SP-Klubchef Frais die Pläne Oberösterreichs zur kontinuierlichen Verbesserung und Verbreiterung des Fachhochschulangebots gefährdet: "Es ist ein Grundprinzip des Fachhochschulwesens, rasch auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren – dazu gehört neben einer ständigen Evaluierung der vorhandenen Studiengänge vor allem die Entwicklung neuer Studienrichtungen. Um den erfolgreichen oberösterreichischen Weg fortsetzen zu können und die geplanten Studiengänge zu realisieren, sind sowohl der zuständige Landesrat Fill als auch Finanzreferent Pühringer gefordert, beim Bund dafür Sorge zu tragen, dass auch im Studienjahr 2004/05 genügend Geldmittel für die Weiterentwicklung der oö. Fachhochschulen zur Verfügung gestellt werden. Sollten sich Pühringer und Fill nicht durchsetzen, so müsste wieder ein Landesfinanzierungskonzept erarbeitet werden."

Allerdings werde das Land langfristig die Ausfälle des Bundes nicht tragen können, ist Frais sicher: "Ministerin Gehrer blockiert mit ihrer Absage an eine moderne Fachhochschulstruktur die dringende Erweiterung dieser noch immer jungen akademischen Alternative zur universitären Ausbildung. Gerade für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich ist jedoch eine kontinuierliche Weiterentwicklung – vor allem der technischen Studiengänge – in den Fachhochschulen von größter Bedeutung."

Besonders im Schwerpunktsektor der oberösterreichischen Fachhochschulen – den technischen Studiengängen – habe Österreich dringenden Nachholbedarf, betont Frais: "Laut Eurostat-Studie von 2001 hinkt Österreich im EU-Vergleich bei der Anzahl der Hochschulabsolventen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik weit hinterher. Neben den meisten EU-Staaten rangiert auch der Großteil der Beitrittsländer wie zum Beispiel Litauen mit 1,31 Prozent und Slowenien mit 0,82 vor Österreich mit 0,72. Dieser Entwicklung muss man gegensteuern, anstatt sie - wie Ministerin Gehrer - mit einem Finanzierungsstopp, noch zu unterstützen."

"Die Ausbildungschancen junger Menschen dürfen durch Gehrers restriktive Bildungspolitik nicht eingebremst werden," betont Frais. "Deshalb appelliere ich an die ÖVP-Verantwortlichen in der Landesregierung, beim Bund gegen den Stopp der Finanzierung von zusätzlichen Studiengängen einzuwirken. Ein ‚stiller Finanzausgleich‘ aus Parteifreundschaft, indem das Land Oberösterreich als dauerhafter Financier für die Fachhochschulen in die Bresche springt, ist ohne zusätzliche Bundesmittel längerfristig budgetär nicht machbar."

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