Alles Gute kommt von oben? Hitchcocks "Die Vögel" zum Wiedersehen am 19. Juni in ORF 2

Vogelattacken wie im Film - in Hamburg wurde das Angstszenario Realität

Wien (OTS) - Ende Mai 2003 flatterten erschreckende Meldungen über die internationalen Nachrichtenagenturen: "Vögel attackieren Frau -Wissenschafter: außergewöhnliches Verhalten" war da zu lesen oder "Vögel attackierten Frau in Hamburg". Dass die Meldungen nicht unter der Rubrik "Enten" einzureihen waren, zeigte eine Meldung am Tag nach den gefiederten Attacken aus der Luft: "Krähen attackieren in Hamburg erneut zwei Passanten". Einer, der immer schon wusste, dass Vögel, im Besonderen Möwen, aggressive Zeitgenossen sind, ist Suspense-Genie Alfred Hitchcock. "Die Vögel" - einer der legendärsten, aber auch einer der umstrittensten Filme aus der Werkstatt des Meisterregisseurs - steht zum Wiedersehen am Donnerstag, dem 19. Juni 2003, um 0.20 Uhr in ORF 2 im Rahmen der Reihe "KinoKlassiker -Jahrhundertfilme" auf dem ORF-Programm.

Hollywoodreife Vogelattacken in der Hansestadt: "Es war wie im Film"

Wie in Alfred Hitchcocks Klassiker sind Ende Mai 2003 in Hamburg etwa 20 Rabenkrähen über eine Frau hergefallen. Sie versuchten, ihr in Kopf und Nacken zu hacken, teilte nach dem Angriff die Polizei mit. "Es war wie im Film", sagten die zu Hilfe gerufenen Polizisten fassungslos. Der Vogelkundler Ralf Wanker von der Universität Hamburg nannte das Verhalten der Vögel außergewöhnlich. "Mir ist kein Fall bekannt, dass Rabenkrähen in Gruppen angreifen." Doch Angriffe einzelner Vögel kämen vereinzelt vor, so der Wissenschafter.

Hitchcocks "Die Vögel": "Beklemmender Bilderbogen"

Mit einzelnen Vogelattacken beginnt auch Hitchcocks subtiler Schocker: Tippi Hedren und Rod Taylor spielen die Hauptrollen, ihre Partner sind Jessica Tandy, Suzanne Pleshette und Veronica Cartwright. Selbstverständlich ließ es sich Alfred Hitchcock auch bei den "Vögeln" nicht nehmen, einmal selbst kurz vor der Kamera aufzutauchen. Die literarische Vorlage zu diesem Streifen stammt von Daphne du Maurier, deren Roman "Rebecca" Hitchcock ebenfalls zur Grundlage eines höchst erfolgreichen Films nahm.

"Die Vögel" spalteten die Hitchcock-Fans in zwei Lager. Kritisierten die einen, dass der Meister diesmal keine ausreichende Begründung, keine Erklärung für den Horror lieferte, so bewunderten die anderen eben, dass es ihm gelungen sei, Suspense offenbar aus dem Nichts zu erzeugen. Heute wird allgemein bewundert, mit welcher Virtuosität Alfred Hitchcock mit den Gefühlen seines Publikums spielte. Kritiker beschreiben "Die Vögel" als "ebenso beklemmenden wie erregenden Bilderbogen" und loben den Film als Sternstunde von Hitchcocks Meisterschaft. Das Kinopublikum konnte 1963, als der Streifen entstand, allerdings noch nicht ganz so viel mit Hitchcocks "Vögeln" anfangen. Man könnte fast sagen, der Film floppte - auch wenn dies an Majestätsbeleidigung grenzt.

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