IFK: Joachim Schlör über Wiens Schriften an der Wand

Wien (OTS) - Keineswegs nur über Graffiti geht es kommenden Montag am Institut für Kulturwissenschaften (IFK) beim Vortrag des Fellowships Joachim Schlör. Der aus Berlin kommende Kulturwissenschaftler untersuchte während seines mehrmonatigen Aufenthaltes in Wien, der Ende Juni zu Ende geht, nicht nur diverse Wandschriften, auch offiziellen Behördeninschriften oder Werbetafeln für Schreib- und Druckerzeugnisse galt sein Interesse. Wien sei, so Schlör im Gespräch mit der Rathauskorrespondenz, wesentlich sauberer als Berlin. Es gebe hier offensichtlich weitaus mehr Respekt vor Denkmälern und Neuangestrichenem. Sein Untersuchungsgebiet erstreckte sich schwerpunktmäßig auf Ottakring, die Leopoldstadt und Erdberg, wobei "die Liebesschwüre entlang des Gürtels" ihm ebenfalls im Gedächtnis geblieben sind, wie auch ein poetischer Liebesbeweis auf der Jerusalemstiege in der Inneren Stadt. Weitere Beobachtungen:
Sprachliche Minderheiten wie russisch, serbisch oder kroatisch kämen in Wien häufiger vor als in Berlin. Antisemitische Wandkritzeleien habe er kaum bemerkt, rassistische Kommentare seien ebenfalls nicht sehr häufig. Schlör, der mit seinen Erkundigungen zugleich auch einen ironischen Kommentar zur populären literaturwissenschaftlichen These von der "Lesbarkeit der Städte" abgibt, sieht letztere Behauptung erwartungsgemäß skeptisch.

o Termin: Montag, der 23. Juni 03 Ort: IFK (1., Reichsratstrasse 17) Beginn: 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.
(Schluss) hch

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