"Neues Volksblatt" Kommentar: "Sonnenbrand" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 18. Juni 2003

Linz (OTS) - =

Die Sonne über sunny-boy KH Grasser hat sich leicht
verfinstert. Ziemlich locker hat er mit viel Geld an der Politur seines Images gebastelt. Er muss sich daher gefallen lassen, dass die Opposition ihn jetzt unter Dauerbeschuss nimmt, selbst wenn keine gravierenden Verfehlungen herauskommen werden. Das gehört einfach zum politischen Geschäft. Bemerkenswert an der Strategie der Opposition ist nur zweierlei: Erstens gerät ihr Kanzler Wolfgang Schüssel aus der Schusslinie, wenn sie sich auf den Finanzminister einschießt. Sollte den roten und grünen Herren die Erkenntnis dämmern, dass sie sich an Schüssel bisher und gar in der Pensionsdebatte die Zähne ausgebissen haben? Zweitens haben die Oppositionstaktiker versäumt, im Lehrbuch der politischen Strategie nachzulesen, wie man mit Publikumslieblingen umgeht. Um einen Frauenschwarm und Meister der Selbstinszenierung politisch auszuhebeln, muss man mehr in Händen haben als vage Verdächtigungen, die vielleicht etwas Staub an der Politur zurücklassen, aber keine bleibenden Flecken. Wer gegen einen sunny-boy anrennt, kann schnell einen Sonnenbrand erleiden. Bleibt die Erkenntnis: Wie wenig Munition muss eine Opposition besitzen, wenn sie den Angriff auf den Regierungschef scheut und den sunny-boy nicht wirklich trifft.

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