Krainer zu Integration: "Informationszentrum" Strassers "ein schlechter Witz"

Wien (SK) Als "Alibiaktion, die nicht von Strassers Versagen
in der Integrationspolitik ablenken kann" bezeichnete SPÖ-Integrationssprecher Kai Jan Krainer das gestern vom Innenminister eröffnete Informationszentrum. Ein "Informationszentrum für Integrationsfragen" in der Wiener Innenstadt "zu verstecken", das exakt zwei mal pro Woche für drei Stunden am Vormittag geöffnet habe, sei "ein schlechter Witz", so Krainer Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Verglichen mit den Einrichtungen der Stadt Wien und deren Arbeit sei das Informationszentrum "höchstens als Eingeständnis zu werten, das der sogenannte 'Integrationsvertrag' gescheitert ist", unterstrich der SPÖ-Abgeordnete. Die jüngst veröffentlichten Zahlen zu den Zwangsdeutschkursen würden eine mehr als deutliche Sprache sprechen. ****

Während Strasser von zumindest 20.000 KursteilnehmerInnen ausging, hätten bis dato exakt 25 Zuwanderer einen Deutschkurs im Rahmen des "Integrationsvertrags" absolviert - "und er will das auch noch als Erfolg verkaufen", kritisierte Krainer. Zudem habe sich herausgestellt, dass die Kurse in den meisten Fällen nicht so billig angeboten werden können, wie von der Bundesregierung gewünscht. Mit dem "Informationszentrum" setze man einen weiteren Schritt in die falsche Richtung, indem man "durch möglichst hohe Hürden die Zuwanderer daran hindert, diese Einrichtung tatsächlich zu besuchen" - schließlich "müssen sich die meisten potenziellen Kunden wohl einen halben Tag für einen Besuch freinehmen", erklärte der Abgeordnete dazu.

"Es geht aber auch anders, wie das Beispiel Stadt Wien verdeutlicht. In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als 25.000 Menschen an Sprachkursen im Rahmen der Wiener Sprachoffensive teilgenommen - und zwar freiwillig", sagte Krainer. Das Grundproblem sei, dass Strasser und Co. "in Wirklichkeit überhaupt kein Interesse an einer tatsächlich stattfindenden Integrationspolitik" hätten. Abschließend verwies der SPÖ-Abgeordnete auf das dezentrale Kundenservice der Wiener MA 20 (Fremdenrecht), die vor Ort Zuwanderer betreue und etwa auch Willkommensmappen und Orientierungsgespräche anbiete. Als weiteres Beispiel nannte Krainer die Diversitätspolitik der Stadt Wien, die Integrationspolitik "vom Rand ins Zentrum" hole. (Schluss) wf/mm

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