EU-Kommissar Liikanen zu Gast bei Vordenkergruppe Föhrenbergkreis

"Der Markt ist kein Wert an sich" / EU-Kommissar Liikanen nützte seinen kurzen Aufenthalt in Österreich unter anderem für ein Mittagessen mit dem Föhrenbergkreis, um sich über die Konzepte der Vordenkergruppe zu einer "neuen Wirtschaftsordnung", die durch eine "Network Economy" zu verwirklichen sei, zu informieren

Die Konzepte der bei der Industriellenvereinigung angesiedelten Vordenkergruppe basieren auf der Analyse, dass die bekannten Wirtschaftsmodelle entweder "in die Jahre gekommen" sind oder "sich selbst ad absurdum geführt haben". Es handle sich um ein typisch europäisches Phänomen, dass es gelte, stets mit einem Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Gesellschaft umzugehen. Das sei ein Problem des Wohlfahrtsstaates - trotz der hohen Staatsquoten sei der Staat nicht mehr in der Lage, die an ihn delegierten Aufgaben wahrzunehmen.

Der Lösungsansatz des Föhrenbergkreises sieht eine "Network Economy" vor. Es gelte, der bereits laufenden Auflösung der Angebots-/Nachfragelogik Rechnung zu tragen, und das Wirtschaftssystem als Netzwerk zu begreifen, innerhalb dessen Zivilgesellschaft, Unternehmen, NGOs und in Zukunft auch der Staat "Netzknoten" sein sollten. Der Staat habe sich vom "Hub" innerhalb dieses Netzwerks zum - gleichberechtigten - "Netzknoten" zu entwickeln. Die enge Vernetzung zwischen den Markt der Konsumgüter und anderen gesellschaftlichen Kräften ermögliche die nachhaltige Implementierung - notwendiger - ethischer Grundsätze ins Wirtschaftsleben. Der Markt sei kein Wert an sich und dürfe nicht sich selbst überlassen werden: er könne für Effizienz sorgen, für Effektivität, die für langfristiges Überleben notwendig sei, müsse aber die Politik sorgen. "Die Politik soll den Stellenwert eines Leuchtturms haben, der Orientierung bietet", so Universitätsprofessor Schleicher vom Föhrenbergkreis.

Zu Gast waren bei dem Mittagessen EU-Kommissar Liikanen, dessen Kabinettsmitglied Wördsdorfer, der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien, Karl Doutlik und IV-Generalsekretär Lorenz Fritz. Die Konzepte des Föhrenbergkreises wurden von Föhrenbergkreis-Vorsitzendem Kurt Engleitner (ehem. Vorstand ÖIAG), Helmut F. Karner (ehem. Generaldirektor Olivetti, heute Portfolio Worker), Christoph A. Achammer (Eigentümer und Geschäftsführender Gesellschafter des größten heimischen Architektur- und Planungsbüros) und Stefan Schleicher (Universitätsprofessor Volkswirtschaft) präsentiert.

Rückfragen & Kontakt:

Lukas Mandl
Industriellenvereinigung, Gesellschaftspolitik
+43 1 71135 2303
l.mandl@iv-net.at
http://www.foehrenberg.at/

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0002