Flimm spricht erstmals über Gründe seines Salzburg-Abgangs

Wien (OTS) - Der Regisseur Jürgen Flimm, der 2004 aus dem Amt des Schauspieldirektors der Salzburger Festspiele scheidet, äußert sich in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe erstmals über die Gründe: Es gehe um die Minimierung des Schauspielprogramms wegen des Mozart-Jahrs 2006, um mangelnde Diskussionsbereitschaft und Unterstützung.

Flimm zu NEWS: "Ich habe Ruzicka (dem Intendanten, Anm.) einmal eine lange Liste gegeben, wie das Schauspiel auf das Mozart-Jubiläum reagieren könnte. Das begann mit Beaumarchais, Jelinek und Marivaux, der Pate für ,Così fan tutte’ stand und vieles, vieles mehr - eine lange Liste. Darüber gab es nie ein Gespräch. Dann habe ich zufällig erfahren, dass nichts davon stattfinden kann, weil das Landestheater mit Mozart-Opern vollgepackt wird. So was muss man nicht hinnehmen, und darüber muss man doch reden. Ein Gespräch hat auch damals nicht stattgefunden. Und das macht dann einen irgendwann gleichgültig." Flimm weiter: "Das ist mangelnde Lust an Auseinandersetzungen über gemeinsame Themen der Festspiele."

Gegen Flimms Nachfolger Martin Kusej protestiert der Festspiel-Betriebsrat wegen extremer Probenwünsche und Lahmlegung der Disposition. Flimm zu NEWS: "Das ist ungerecht. Das Ganze war nicht Kusejs Problem, sondern ein von mir nicht kommentierter Stilwandel der Festspiele. Mortier war immer vorne, wo’s weh tat, wo die Probleme waren. Je größer die Schwierigkeiten, desto präsenter war er. Kusej war mit allen seinen Problemen mutterseelenallein. Ich kenne ihn gut, er hat zweimal bei mir in Hamburg gearbeitet. Null Probleme!"

Salzburg verlasse er mit Bedauern: " Ich habe die Stadt sehr gern, überhaupt Österreich. Wenn ich mein Leben noch einmal verändern müsste, würde ich nach Wien ziehen. (...) Ich wurde seinerzeit wegen der Mortier-Nachfolge gefragt. Damals wollte ich nicht. Vielleicht war das ein Fehler. Ich bin dann 65. Ein bisschen spät, leider."

In seinem letzten Salzburger Jahr 2004 bringt Flimm mit Nikolaus Harnoncourt in der Felsenreitschule "King Arthur" von Henry Purcell heraus.

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