Hearing "Kinderpornographie im Internet -was tun?"

Präs. Mag. Gumpinger: Familienbund fordert Reform des Strafrechtes um Kinderpornographie besser in den Griff zu bekommen

Linz (OTS) - Der österreichische Familienbund unterstützt alle Bemühungen des Justizministeriums Kinderpornographie durch eine Reihe von Gesetzesverschärfungen in den Griff zu bekommen, sagte der Präsident des Österreichischen Familienbundes Mag. Otto Gumpinger anlässlich des Hearings "Kinderpornographie im Internet - was tun?" gestern abend in Linz.

Der Vertreter des Justizministeriums und leitende Staatsanwalt, Dr. Christian Manquet kündigte erfreulicherweise beim Hearing einschneidende Verschärfungen an. Im Rahmen internationaler Übereinkommen auf Basis der UNO Kinderrechtskonvention soll das Schutzalter für Kinderpornografie von derzeit 14 auf 18 Jahre angehoben werden. Weiters ist auch daran gedacht die sogenannte virtuelle Kinderpornographie unter Strafe zu stellen und den Tatbestand im § 207 StgB neu zu regeln, sodass bereits Photos, die Kinder in aufreizenden Posen zeigen, strafbar werden.

Es ist dem Familienbund ein Anliegen, so Gumpinger weiter, den Verband "Stopline" zu unterstützen, dem man Kinderpornoseiten in Internet und andere Verdachtsmomente unter www.stopline.at melden kann und der sich als Einrichtung der österr. Internetprovider bemüht, derartige Inhalte möglichst aus dem Internet zu entfernen. Er kooperiert mit ähnlichen Hotlines in vielen anderen Ländern, insbesondere auch in den USA, von wo der größte Teil dieser erschütternden Inhalte ins Netz eingespeist werden.

Alexander Haide, Journalist und Autor des Buches "Stoppt die Kinderschänder" prangerte an, dass die Vermittlung, der Verkauf und die öffentliche Präsentation von Nacktphotos von Kindern in Österreich legal ist, weil das derzeit keine Kinderpornographie im Sinne des Gesetzes sei. Die Psychologin Mag. Margarete Finger beklagte, dass aus finanziellen Gründen viel zu wenig für den Opferschutz gemacht werden könne. Das Strafausmaß für Täter sei auch in vielen Fällen zu gering. Die Opfer hätten ihre Therapie noch gar nicht abgeschlossen, wenn der Täter schon wieder aus dem Gefängnis entlassen werde.

Der Sicherheitsdirektor für OÖ, Dr. Alois Lißl, wies auf das starke Engagement der oberösterreichischen Exekutive hin. Letztes Jahr wurden in Oberösterreich 40 Anzeigen nach dem Pornographiegesetz im Zuge der österreichweiten Operation "Landslight" (US Kinderpornohändler im Internet mit zahlreichen Kunden auch in Österreich ) erstattet. Alle Tatverdächtigen wurden auch verurteilt. Die Haftdauer, so Lißl weiter sei eigentlich nicht das Problem, sondern die Therapiemöglichkeit. Ohne Therapie werden die Täter immer wieder rückfällig.

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