Lehrlingskonten im AKNÖ-Test:

Banken locken mit Gratis-Konten, später drohen saftige Spesen.

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ).- Für Lehrlinge haben Banken durchwegs verlockende Angebote. Das Lehrlingskonto gibt’s zum Nulltarif, für Guthaben winken gute Zinsen. Doch wenn die Lehre fertig ist, ist alles anders, kritisiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

14 Banken hat AKNÖ-Finanzexperte Martin Hofecker in den letzten Wochen besucht. Er wollte wissen, mit welchen Kosten ein Lehrling rechnen muss, wenn er ein Konto eröffnet, wie hoch die laufenden Kosten für die Kontoführung sind, wie die Verzinsung eines Guthabens ausschaut und wie die Konditionen nach Ende des Lehrverhältnisses ausschauen.

Ergebnis der Erhebung: Das Lehrlingskonto kostet dem Lehrling nichts. Kontoeröffnung, Kontoführung, Abbuchungen - diese Leistungen gibt’s zum Nulltarif. Bei einigen Instituten ist auch die Bankomatkarte gratis dabei. - Ein Umstand, den Konsumentenschützer Günther La Garde durchaus kritisch sieht: "Üblicherweise können 100 bis 400 Euro pro Woche abgehoben werden. So rutschen Lehrlinge ganz leicht in die Schuldenfalle." Vorbildlich agiere in diesem Fall die Bank Austria. Sie bietet den "garantierten Überziehungsschutz". - Das Lehrlingskonto kann grundsätzlich nicht überzogen werden.

Lehrlinge können sich nicht nur über ein Gratis-Konto, sondern auch über überdurchschnittlich gute Zinsen freuen. Sie betragen je nach Bank zwischen 0,125 % und 2,75 %. Spätestens mit der Umstellung auf ein normales Gehaltskonto nach Ende der Lehrzeit ist es mit diesen attraktiven Konditionen vorbei. - Die meisten Banken bieten dann nur mehr 0,125 % auf Guthaben, bestenfalls sind 0,25 % zu erzielen.

"Lehrlinge sollten sich auf jeden Fall schon bei Eröffnung des Lehrlingskontos darüber informieren, bei welcher Bank sie später gute Konditionen erhalten", empfiehlt La Garde. Wechselt ein Lehrling nämlich dann sein Institut, muss er mit saftigen Spesen rechnen. So verlangt etwa die Volksbank NÖ Mitte 20 Euro, wenn ein Lehrling die Geschäftsverbindung auflöst. Eine normale Kontoschließung kostet dagegen nur 3,20 Euro.

Ein Umstand, den AKNÖ-Präsident Josef Staudinger scharf kritisiert:
"Zunächst locken die Banken ihre jungen Kunden mit tollen Konditionen. Wollen sie weg, drohen unerwartete Kosten - eine eigenartige Form der Kundenbindung."

Die Details der Erhebung können in der AKNÖ, Konsumentenberatung angefordert werden: 0800/232323-1616.

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragen: AKNÖ, Konsumentenberatung, Martin Hofecker, 0800/232323-1459

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