Höhepunkt des ORF-Haneke-Schwerpunkts: "Die Klavierspielerin" als Premiere am 19. Juni in ORF 2

Preisgekrönter Haneke-Film erstmals im TV - "Keine Beruhigungspille"

Wien (OTS) - Drei Preise bei den Filmfestspielen in Cannes, ein European Film Award und ein César: Mit Auszeichnungen überhäuft wurde der vom ORF geförderte Film "Die Klavierspielerin" von Michael Haneke, der im Jahr 2001 in die Kinos kam. Der ORF zeigt den Sensationserfolg mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle im Rahmen der ORF-Haneke-Retrospektive als TV-Premiere am Donnerstag, dem 19. Juni 2003, um 22.15 Uhr in ORF 2. "Im Kino werden zumeist nur Beruhigungspillen verabreicht, die 90-Minuten-Lösung als fromme Lüge, nur um Geld zu verdienen. Meine Filme gehören da bestimmt nicht dazu", sagte Michael Haneke einmal über seine Arbeiten. Seine Werke sind in der Tat keine "Beruhigungspillen", sondern eher radikale Darstellungen menschlichen Grauens, die ohne psychologisierende Erklärungen auskommen und den Zuseher fordern. Mit seiner unverwechselbaren Filmsprache, die in Dramaturgie und Erzählweise nie auf das Offensichtliche zielt, ist Haneke eine Marke für sich.

"Die Klavierspielerin": Kein Katastrophenfilm

Die österreichisch-französische Koproduktion nach der Romanvorlage von Elfriede Jelinek erzählt die Geschichte der Wiener Klavierlehrerin Erika Kohut (Isabelle Huppert), die mit ihrer tyrannischen Mutter in einer hermetisch abgeschotteten Welt von Hassliebe und Abhängigkeit, von Voyeurismus und masochistischer Selbstverletzung lebt. Bis sich eines Tages einer ihrer Studenten in den Kopf setzt, Erika zu verführen. Haneke: "Ich wollte keinen Katastrophenfilm machen, davon gibt es ja unzählige. Mir ging es darum, dass die Leute fühlen, dass alles jeden Tag auch ihnen selbst und zwar hier und heute passieren kann, dass die Geschichte für den hoch verwöhnten Menschen in unserer hoch industrialisierten Welt so nachvollziehbar wie möglich ist."

Mit Annie Girardot und dem französischen Shooting-Star Benoit Magimel hat Haneke auch die Rollen der Mutter und des Klavierschülers prominent besetzt. In kleineren Rollen sind unter anderen Susanne Lothar und Udo Samel zu sehen. Der ORF kennzeichnet "Die Klavierspielerin" mit "O" (nur für Erwachsene) und zeigt den Film in Stereo und im Format 16:9.

Krönender Abschluss des ORF-Haneke-Schwerpunkts

Menschliche Verrohung, emotionale Kälte, Gewalt, deren Ursachen und Folgen sind die zentralen Themen in Michael Hanekes Filmen. Die Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin", mit der Haneke bei den Filmfestspielen in Cannes 2001 unter anderem den Großen Preis der Jury gewann, bildet den Abschluss des Haneke-Programmschwerpunkts im ORF zu den diesjährigen 56. Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Im Rahmen der Haneke-Reihe waren unter anderem "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls", "Funny Games", "Benny's Video" und "Der siebente Kontinent" zu sehen. In Cannes gilt der Regiemeister beinahe schon als Fixstarter - heuer war er mit seinem neuesten Film "Wolfzeit" (vom ORF gefördert) außer Konkurrenz im Wettbewerbsprogramm vertreten und hatte dort sowohl bei der Pressekonferenz als auch bei der Premiere für Furore gesorgt. Die Hauptrolle in "Wolfzeit" spielt wie schon in "Die Klavierspielerin" Isabelle Huppert.

Nähere Infos zu "Die Klavierspielerin" sind unter http://orfprog.apa.at/ORFProg/ abrufbar.

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