AK Preistest Deutschland - Österreich: EU Preise in Österreich noch immer nicht Realität

Lebensmitteldiskonter und Elektrohändler in Österreich viel teurer - Preisunterschiede ungerechtfertigt - Niedrigere Preise an Konsumenten weitergeben

Wien (AK) - Einkaufen ist in Österreich nach 8 1/2 Jahren EU-Mitgliedschaft noch immer teurer als in Deutschland, kritisiert AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Ein AK Test zeigt: Die Lebensmitteldiskonter sind bei uns im Schnitt um ein Viertel teurer. Die Elektrohändler verlangen durchschnittlich um 11 Prozent mehr. "Preissünder" bringen sogar Preisunterschiede zu Deutschland bis zu 90 Prozent zu Tage. Glatz: Die teils großen Unterschiede sind ungerechtfertigt und unverständlich. Der Handel soll auch bei uns die niedrigeren Preise an Konsumenten weitergeben.

Die AK hat insgesamt die Preise von 280 gleichen Produkten überprüft, die es sowohl in Österreich als auch in Deutschland gibt. Die Erhebung fand im Februar und März in Wien und Augsburg/Bayern bei Hofer/Aldi, Lidl, Media Markt und Saturn statt. Bei Media Markt und Saturn wurden die deutschen Preise meist über den jeweiligen Online-Shop erhoben. Der AK Test zeigt: Shoppen ist in Österreich teurer als in Deutschland.

Bei Hofer in Österreich sind die untersuchten Produkte im Schnitt um 25 Prozent teurer als bei Aldi in Deutschland. Selbst, wenn die Preise um die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze (Deutschland 7 und 16 Prozent, Österreich 10 und 20 Prozent) bereinigt werden, liegen die österreichischen Nettowerte um durchschnittlich 22 Prozent über den deutschen Nettowerten. Der "Preissünder" in Österreich: Lachende Köchin Fixprodukt (zB Gulasch) kostet in Deutschland 29 Cent und in Österreich 55 Cent - ein Preisunterschied von knapp 90 Prozent.

Lidl ist in Österreich um durchschnittlich 22 Prozent teurer als in Deutschland. Der "Preissünder" in Österreich: Paclan Müllbeutel, für die der Konsument in Deutschland 59 Cent und in Österreich 1,11 Euro zahlt, also um 88 Prozent mehr.
Bei den Elektrogeräten sind die Preisdifferenzen etwas geringer:
Bei Media Markt ist Österreich im Schnitt um 9 Prozent teurer. Der "Preissünder" bei uns: Drucker Canon S 530 D kostet in Deutschland 249 €, bei uns 379 €, das ist mehr als die Hälfte teurer.

Die Preise bei Saturn in Österreich sind um durchschnittlich 11 Prozent höher. Der "Preissünder" in Österreich: Für das PC Spiel Age of Mythology werden in Deutschland 44 Euro und in Österreich 69,90 Euro verlangt, das ist um knapp 60 Prozent mehr.

Insgesamt sind also zwischen 70 Prozent (bei Saturn) und 90 Prozent (bei Hofer) der gleichen untersuchten Produkte in Österreich teurer als in Deutschland. EU-Preise sind anscheinend bei uns noch immer nicht Realität, sagt Glatz. Die eklatanten Preisunterschiede lassen sich aber nicht mit unterschiedlichen Steuersätzen, Lohn- oder Transportkosten argumentieren - auch steuerbereinigt ist es bei uns noch viel teurer. Die AK kritisiert daher die derzeitige Praxis, von der nur der Handel profitiert.

SERVICE: Den genauen Preisvergleich finden Sie unter www.konsumentenschutz.at.

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