Muttonen: Bundesverlags-Verkauf ist Versagen auf ganzer Linie

Wien (SK) "Es dürfte genau das eintreten, wovor wir immer gewarnt haben: die Gerüchte um einen möglichen Verkauf der drei Literaturverlage des Österreichischen Bundesverlages (ÖBV) verdichten sich", kritisiert SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen. Wie das aktuelle Nachrichtenmagazin "profil" berichtet, überlege die deutsche Klett-Gruppe bereits ein halbes Jahr nach dem Kauf des ÖBV dessen drei Literaturverlage Deuticke, Residenz und Brandstätter abzustoßen. Der Verkauf des Österreichischen Bundesverlages sei ein "Paradebeispiel für die gedankenlose Verschleuderung der österreichischen Literaturproduktion". Sowohl der Finanzminister als auch der Kunststaatssekretär hätten enormen Erklärungsbedarf, so Muttonen Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Kritik übt Muttonen an den fehlenden Präzisierungen beim Verkauf des ÖBV: Es sei zwar vereinbart worden, dass Klett als neuer ÖBV-Eigentümer bis Ende 2007 den bestehenden Schulbuch- und Kulturauftrag erfüllen müsse. Konkret sei zugesichert, dass die drei Literaturverlage bis Ende 2007 so weitergeführt werden, dass eine Mindestanzahl österreichischer Titel produziert wird, bereits erschienene Publikationen erhalten werden, die österreichischen Autorenrechte bei den Publikumsverlagen verbleiben und der Standort Österreich unter "Beibehaltung einer verlagsspezifischen Mindestinfrastruktur" beibehalten werde. Dies sei auch den Berichten des Finanzministers zum Verkauf des ÖBV zu entnehmen. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass die drei Literaturverlage verkauft werden können. Die Details zur Einhaltung des Kulturauftrages seien genauso offen wie deren Kontrolle. Nur sehr vage umschrieben werde, was ab 2007 nach Auslaufen des bestehenden Kultur- und Schulbuchauftrages passieren werde. Ungeklärt sei auch der Umfang der verlagsspezifischen Mindestinfrastruktur, die in Österreich weiter bestehen müsse.

"Hier haben sowohl der Finanzminister, als auch der in alle Verhandlungen einbezogene Kunststaatssekretär enormen Erklärungsbedarf. Der Verkauf des Österreichischen Bundesverlages ist ein Paradebeispiel für die gedankenlose Verschleuderung der österreichischen Literaturproduktion, die in jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut wurde. Den AutorInnen zusätzlich via Medien von der Klett-Geschäftsführung ausrichten zu lassen, künftig gefälligst eben verkaufsfähige Manuskripte erstellen zu müssen, ist nicht eben die feine Art", so Muttonen abschließend. (Schluss) cs

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