Preise der Stadt Wien für Musik und bildende Kunst verliehen

Wien (OTS) - Heute, Montag, wurden im Wiener Rathaus die Preise
der Stadt Wien für Musik und bildende Kunst verliehen. Die Preisträger des Jahres 2002 sind Georg Friedrich Haas (Musik), Hildegard Jelinek-Absalon, Josef Dabernig, Ilse Haider und Turi Werkner (bildende Kunst). Die Preise der Stadt Wien sind mit jeweils 8.000 Euro dotiert und werden jährlich von einer Fachjury vergeben.

Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny betonte bei der Verleihung den eigenständigen Weg der Künstlerinnen und Künstler und deren avancierte Konzepte "unabhängig von Moden, Trends und Zeitgeist". Mit ihren Werken seien die Preisträgerinnen und Preisträger der bildenden Kunst auch in der Sammlung der Stadt Wien vertreten, die einen repräsentativen Querschnitt österreichischer Gegenwartskunst darstelle.****

Georg Friedrich Haas

Georg Friedrich Haas wurde 1953 in Graz geboren. 1972 begann er in Granz das Studium der Mathematik und Physik, das aber bald zugunsten des Studiums des Konzertfachs Klavier (Doris Wolf, 1972-78) und der Komposition (Ivan Eröd, 1974-79) hintangestellt wurde. Als entscheiden für seine Entwicklung bewertet Haas den sachlichen Gegensatz zwischen Ivan Eröd und Gösta Neuwirth, der die Praxis elektronischer Musik des 20. Jahrhunderts vermittelte. Weitere bedeutende Impuls für seine kompositorische Arbeit vermittelte ein Postgraduierten-Studium bei Friedrich Cerha in Wien (1981-83). 1982-87 unterrichtete Haas Musiktheorie an den Bundesoberstufenrealgymnasien für Studierende der Musik in Graz und in Oberschützen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Kammeroper "Nacht", für die er auch 1998 den Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien erhielt, "Blumenstück", "de terrae fine" für Violine solo, "flow and triction" und die Kammeroper "die Pferde und die Ratten und die Lerche". Haas' Werke stehen auf den Programmen internationaler Festivals, darunter Wien Modern, Musikprotokoll Graz, Bregenzer Festspiele, Salzburger Festspiele, Musik Biennale Berlin, Musik der Zeit Köln, Frankfurt Alte Oper, Darmstädter Ferienkurse, Biennale Venedig, Festival d'Automne in Paris und wurden u.a. in Zürich, Sevilla, Barcelona, Oslo und New York aufgeführt.

Hildegard Jelinek-Absalon

Hildegard Jelinek-Absalon wurde 1935 in Bozen geboren. Sie absolvierte ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. A.P. Gütersloh. Seit 1963 ist sie als freiberufliche Gobelinweberin tätig. Anfangs setzte Hildegard Absalon Werke bildender Künstler, mit denen sie befreundet war, in Gobelins um, etwa von Hundertwasser, Hubert Aratym, Maria Lassnig und Günter Brus. Seit 1982 konzentriert sich die Gobelinweberin auf Arbeiten nach eigenem Entwurf. Ihre Meisterschaft in dieser von zeitgenössischen Künstlern selten genutzten Techniken ermöglicht den ungewöhnlich hohen Grad an Differenzierung und Detailgenauigkeit, der ihre Gobelins auszeichnet. Sowohl das langsame Herstellungsverfahren als auch die Besonderheit des textilen Materials gewinnen in Absalons Arbeiten eine inhaltliche und anschauliche Dimension. Für Hildegard Absalon bleibt die Teppichweberei eine autonome Gestaltung mit eigener Erfindung, die aus der Grundstruktur der Verarbeitung von textilen Fäden resultiert.

Josef Dabernig

Josef Dabernig, wurde 1956 in Lienz/Osttirol geboren. Von 1975 bis 1983 studierte er an der Akademie für bildende Kunst in Wien bei Ferdinand Weiz (Medaillenkunst und Kleinplastik), Joannis Avramidis und Edelbert Köb (Bildhauerei). Seit 1988 ist er Assistent bzw. Lehrbeauftragter an der TU Wien am Institut für künstlerische Gestaltung tätig. Josef Dabernig beschäftigt sich u.a. mit Skulpturen, Video, Videoinstallationen und Objektkunst auch im freien Raum. 1995 realisierte Dabernig flächenteilende Konzepte bei dem Fassadengestaltungen des Lebenshilfe-Heimes in Ledenitzen, Kärnten, der Wehrdiensthalle in Kömitz bei Bern sowie die Ausgestaltung von Innenräumen des Landespensionistenheimes in Vösendorf (1998) und der Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Villach. Seit 1994 entstanden mehrere Kurzfilme.

Ilse Haider

Ilse Haider wurde 1965 in Salzburg geboren, heute lebt und arbeitet sie in Wien: Ilse Haider studierte von 1983 bis 1988 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer und von 1988 bis 1990 am Royal College of Art bei Edoardo Paolozzi. In ihrer künstlerischen Arbeit verwendet sie neben den traditionellen Techniken des schwarzweiß und C-Prints die Möglichkeiten der flüssigen Emulsion um dreidimensionale Foto-Objekte zu schaffen. Die Inhalte drehten sich dabei immer wieder um einen, oft ironischen, Blick auf den Mythos Frau oder das Thema der Männlichkeit. Von 1995 bis 2001 widmet sich Ilse Haider der Lehrtätigkeit an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Ihre Arbeiten zeigt sie in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland (zuletzt in der Galerie Steineck, Kunsthalle Exnergasse, Sammlung Essl).

Turi Werkner

Turi Werkner wurde 1948 in Innsbruck geboren. Von 1967 bis 1972 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Von 1973 bis 1981 lebte Turi Werkner in London, von 1981 bis 1993 in Wien, seither in den USA. Turi Werkner entzieht sich einer eindeutigen Klassifikation, er ist in den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Objektkunst, Mail-Art und Animationsfilm tätig. Viele seiner Werke befinden sich im Besitz öffentlicher Sammlungen, etwa in der Sammlung der Stadt Wien, Albertina Wien, Arts Council of Great Britain, BMfUKS, Wien, Coconino County Museum, Flagstaff, Arizona, Museum of Contemporary Ar, Boston, Museum moderner Kunst, Bozen, Neue Galerie der Stadt Linz, Sammlung des Bregenzer Festspielhauses, Bregenz, Tiroler Landesmuseum Ferdinandmuseum, Innsbruck. Zahlreiche Einzel-und Gruppenausstellungen weltweit. (Schluss) rar

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