Schüssel: IHS ist gesuchter Gesprächspartner für Politik und Wirtschaft

Bundeskanzler Schüssel hielt Eröffnungsrede bei Veranstaltung "40 Jahre IHS"

Wien (OTS) Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hielt heute Vormittag im Rahmen der Vierzigjahrfeier des Instituts Höherer Studien im Palais Ferstl die Eröffnungsrede. Der Bundeskanzler nahm in seiner Ansprache Bezug auf das Gründungsjahr des IHS 1963. "Der damals herrschende Grundoptimismus war beachtlich. Das zeigte sich in dem hohen Wirtschaftswachstum von 4% des BIP, das vor allem durch den privaten Konsum gestützt wurde. Vieles hat sich seither geändert. Es hat unter anderem auch durch die Hilfe des IHS ein spektakulärer Aufholprozess in vielen Bereichen stattgefunden. Deshalb gibt es keinen Grund, nun in eine midlife crisis zu verfallen. Bei der Beschäftigungsquote und bei den Exporten vor allem in die mittel- und osteuropäischen Länder befinden wir uns auf einem ganz anderen Niveau als damals", betonte der Bundeskanzler und hob hervor, dass sich die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zu den sechziger Jahren um 1/3 erhöht hätte, und die österreichischen Exporte in den mittel- und osteuropäischen Raum von einem Volumen von 15 Millionen Euro auf 14 Milliarden Euro angestiegen wären.

Schüssel erinnerte auch daran, dass das IHS vormalig zur Rückholung von durch die Nationalsozialisten vertriebenen Wissenschafter ins Leben gerufen wurde. "Die Gründer Oskar Morgenstern und Paul Lazersfeld haben erkannt, dass es zuwenig österreichische Ausbildungsstätten für Nachwuchswissenschafter in Österreich gibt. Das IHS hat seitdem stets europäische Akzente gesetzt, nicht nur in Richtung Europäische Union, sondern auch stets unter Einbeziehung der mittel- und osteuropäischen Länder. Das ist gerade heute wichtig, wo wir uns Fragen stellen, wie: Wohin geht Europa? Wo sind die Grenzen? Wie gestalten sich die Spielregeln? In Hinblick auf die positiven EU-Referenden in den Beitrittsländern und den nun fertigen Verfassungsentwurf würde ich mir eine euphorischere Stimmung in Europa wünschen", so der Bundeskanzler. "Seit seiner Gründung hat das IHS auch sehr stark den Kontakt zur Gesellschaft und der Welt gesucht. Es hat stets beigetragen, die Qualität des Wirtschaftsstandorts Österreich zu sichern", so Schüssel weiter und verwies darauf, dass das IHS bei aktuellen Fragen für Politik und Wirtschaft immer gesuchter Gesprächspartner sei.

Bundeskanzler Schüssel hob auch hervor, dass das IHS notwendige Strukturreformen in Österreich stets eingemahnt habe. "Strukturreformen bedeuten nicht sparen, sondern die Erhöhung der Treffergenauigkeit der verwendeten Mittel. Wir nehmen das nun ernster als vor vielen Jahren. Das Geld, dass wir durch strukturelle Maßnahmen gewinnen, können wir für wichtige Zukunftsthemen einsetzen. Passiert das nicht, fehlt das Geld", betonte der Bundeskanzler und nannte als diesbezüglich wichtige Schritte die Verwaltungsreform und die Pensionsreform. Man solle auch davon abgehen, die Globalsierung ausschließlich negativ zu sehen, so der Bundeskanzler. "Globalisierung bedeutet Bewusstseinserweiterung. Für eine offene Gesellschaft ist auch eine offene Wirtschaft notwendig", betonte der Bundeskanzler. "Es würde uns auch gut tun, etwas mehr Liberalität zu zeigen. Der Binnenmarkt ist in vielen Bereichen nicht einmal ansatzweise umgesetzt. Der Kampf gegen den Neoliberalismus dient nur dazu, die noch existierenden Schrebergärten abzusichern. Ein bisschen mehr Freiheit ist gar nicht schlecht. Dazu kann das IHS vieles beitragen", so Bundeskanzler Schüssel.

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