PRÖLL WÜNSCHT SICH SERVICEORIENTIERTE UND INNOVATIVE AMA

10-jährigen AMA-Jubiläum muss zum Blick in die Zukunft genutzt werden

Wien (OTS) Die AMA war vor dem Beitritt Österreichs zur EU als wesentlicher Eckpfeiler zur Bewältigung der EU-Agrarverwaltung gegründet worden. Die positive Entwicklung der österreichischen Landwirtschaft ist mit ein Verdienst der AMA. Jetzt wo die EU und die Förderungsverwaltung Alltag geworden ist, muss die AMA verstärkt auf Innovation und Serviceorientierung setzen. Die EU-Agrarpolitik ist ein dynamischer Bereich, die Erweiterung verändert ebenfalls Rahmenbedingungen. E-Government im ländlichen Raum ist ebenfalls ein Thema, dem sich die AMA offensiv stellen muss. Dies erklärte Landwirtschaftsminister DI Josef Pröll in einer Pressekonferenz anlässlich des 10-Jahres-Jubiläum der Agrarmarkt Austria.****

Neben der Abwicklung der Marktordnungszahlungen waren die großen Herausforderungen die Bergbauernförderung und die Leistungsabgeltungen der agrarischen Umweltförderung ÖPUL. Die flächendeckende Teilnahme an den Programmen, dann der weitere Ausbau im Rahmen der ländlichen Entwicklung waren Härtetests für die Leistungsfähigkeit der Abwicklungsstelle AMA. Mit der GAP-Reform wird die ländliche Entwicklung weiter aufgewertet. Auch hier ist die AMA wieder gefordert. Insbesondere müssen die Neuregelungen der GAP Hand in Hand gehen mit Vereinfachung für Landwirte. Es wird eine immer wichtigere Aufgabe, komplizierte Reglungen für die Kunden und damit für die bäuerlichen Betriebe servicegerecht aufzubereiten. In den letzten Jahren hat die AMA viel gelernt, doch müssen weitere Schritte folgen, insbesondere sollen die modernen Kommunikationstechnologien explizit dazu genutzt werden, für den Landwirt Abwicklungen einfacher zu gestalten, führte Pröll aus.

Internet hat gerade für Menschen im ländlichen Raum enorme Vorteile, weil es Distanzen überwinden hilft. Die AMA als Organisation, die ihre Kunden zu 100 Prozent im ländlichen Raum hat, hat hier eine weitere wichtige Funktion wahrzunehmen. Die strategische Orientierung sollte die Entwicklung von Internet-Kapazitäten im ländlichen Raum ganz allgemein mitumfassen. Dies kann etwa von der aktiven Mithilfe beim Aufbau von Breitband-Verbindungen, über verstärkten Kooperationen mit Bildungsträgern und mit anderen Behörden bis zur Zusammenarbeit mit Telekommunikations-, Dienste-oder Softwareanbieter gehen.

Kooperationen, die den landwirtschaftlichen Betrieben und dem ländlichen Raum insgesamt zugute kommen, sollten bei der AMA hohen Stellenwert erhalten. E-government soll neue Perspektiven aufbauen und nicht zu einem neue Kästchendenken führen. Auch das gehört zum gewünschten Selbstverständnis der AMA als veränderungsbereites, innovatives und serviceorientiertes Unternehmen im 2. Jahrzehnt des Bestehens, so Pröll.

Dieses Ziel ist unabhängig von den Ergebnissen der GAP-Reform zu sehen. Bis diese steht, sind noch viel Zeit in Gespräche zu investieren. Österreich wird jedenfalls Regelungen weiterhin konsequent hinterfragen und ablehnen, die als Vereinfachung angekündigt sind, aber letztlich auf Kosten der Bauern gehen und Wettbewerbsverzerrungen mit sich bringen wie die Totalentkoppelung. Überall dort, wo Regulative und ihre Kontrolle sinnvoll sind, wie etwa bei der Milchquote, werden wir im Interesse der benachteiligten Gebiete unsere Linie beibehalten. Es ist sinnvoll, Regelungen dort abspecken, wo eine Überregulierung droht. Dies ist insbesondere bei der Cross compliance der Fall.

Aus österreichischer Sicht sind bei der GAP-Reform jedenfalls Kernfragen noch offen. Auf die negativen Auswirkungen der Totalentkoppelung auf benachteiligte Gebiete haben wir noch keine Antwort, die Österreich akzeptieren kann. Auch bei den geplanten Preissenkungen im Bereich Getreide und Milch ist bisher von der Kommission kein gangbarer Weg aufgezeigt worden. Es ist daher noch ein schwieriger Weg zu einer Einigung, positiv ist aber, dass wir uns jetzt jedenfalls auf dem Weg befinden. Wir werden bei Lösungen mitarbeiten, aber dabei gleichzeitig unverzichtbare Positionen verteidigen.

Die Erweiterung ist ein weiteres wichtiges Thema und eine Herausforderung für die AMA. Nach dem Aufbau der Exportmärkte insbesondere in Deutschland und Italien und damit das Nutzen der Vorteile des Binnenmarktes müssen jetzt die Märkte in den neuen Mitgliedsländern ins Zentrum rücken. Die AMA hat dabei eine wichtige Rollte, sie muss ebenso wie nach dem EU-Beitritt Motor und Promotor für die österreichische Lebensmittelwirtschaft bei den neuen Exportdestinationen sein.

Gleichzeitig kann die AMA wertvolles Know how für die neuen Beitrittsländer in der Förderverwaltung zur Verfügung stellen. Österreich hat durch die differenzierten Angebote und die breite Teilnahme der landwirtschaftlichen Betriebe am Programm für die ländliche Entwicklung anerkanntes Know how in der Förderabwicklung aufgebaut. Die neuen Mitgliedsländer müssen sich in den nächsten Jahren dieses Wissen aneignen, um nach einer Übergangszeit mit vereinfachter Abwicklung die Mittel der GAP und der ländlichen Entwicklung in Anspruch nehmen zu können. Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine volle Einbindung der neuen Mitgliedsländer in die Gemeinsame EU-Agrarpolitik, dazu können und müssen wir auch unseren Beitrag leisten, sagte Pröll.

Weiteres Ziel muss es in den nächsten Jahren sein, die Herausforderungen der elektronischen Förderabwicklung dazu zu nutzen, die AMA zum e-government-Musterunternehmen zu entwickeln. Jeder landwirtschaftliche Betrieb sollte seine Anträge, seine Meldeverpflichtungen und seine Förderungen über das Internet abwickeln können. Das geht zum Teil schon heute, muss aber zum Markenzeichen des Unternehmens werden. Um auf der anderen Seite die Nutzung gezielt zu erhöhen, sollte die AMA ihren Kunden, die die Internetangebote nutzen, klare Vorteile einräumen. Es muss sich für den bäuerlichen Betrieb lohnen, aufs Internet zu setzen, so Pröll abschließend.

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