GLOBAL 2000-Protestaktion vor EU-Ministerrat: "Agrarreform ist eine Ohrfeige für die Umwelt"

Strenge verbindliche Umwelt- und Konsumentenschutzstandards müssen Herzstück der EU-Agrarreform sein

Luxemburg (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 protestiert heute vor dem Agrarministerrat in Luxemburg gemeinsam mit ihrer Schwesterorganisation Friends of the Earth Europe (FoE Europe) gegen die geplante Reform der EU-Agrarpolitik. "Umwelt vor Industrie" fordern die AktivistInnen auf einem Banner. Ein überdimensionaler Geldkoffer stellt symbolisch die Agrarfördergelder für die Gemeinsame Agrarpolitik, die CAP (Common Agriculture Policy) der EU dar. "Diese Agrarreform ist eine Ohrfeige für die Umwelt. Denn bei dieser sogenannten Agrarreform wird weiterhin der Großteil der Fördergelder in die umweltfeindliche intensive Landwirtschaft ohne strenge Umwelt- und Lebensmittelstandards fließen", kritisiert Iris Strutzmann, Agrarexpertin von GLOBAL 2000. Derzeit bekommen 20 Prozent der Bauern 80 Prozent der Fördergelder, an diesem Verhältnis wird sich nach Abschluss dieser Reform nur wenig ändern. "Wir brauchen eine gerechte Verteilung der Gelder. Strenge, verbindliche Lebensmittel- und Umweltstandards für Agrarförderungen müssen das Herzstück einer ökologisch sozialen Agrarreform sein. Umwelt- und Lebensmittelstandards dürfen nicht die Bauernopfer dieser Agrarreform sein", so Strutzmann.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll ist jetzt aufgefordert, sich bei den schwachen Umwelt- und Lebensmittelstandards für strengere Regelungen einsetzen. Da mit der Entkoppelung der Agrarförderungen von der Art der Produktion auch die Mengenbeschränkungen pro Hektar entfallen könnten, ist ohne diese strengen Standards eine weitere Intensivierung in der Landwirtschaft zu befürchten. GLOBAL 2000 kritisiert ebenso vehement, dass im jetzigen Vorschlag nur sechs Prozent der Fördergelder von den Direktzahlungen hin zur Ländlichen Entwicklung fließen werden. Außerdem soll diese Umschichtung erst mit 2006 beginnen, anstatt wie zuerst geplant 2004. "Um eine umweltverträgliche Landwirtschaft zu verwirklichen, fordern wir, dass mindestens 20 Prozent der Agrarförderungen zugunsten der Ländlichen Entwicklung umgeschichtet werden. Darüber hinaus fordern wir die Streichung der ungerechten Exportsubventionen, ein Bereich, der im jetzigen Agrarreformvorschlag wieder ausgespart wurde", so Strutzmann abschließend.

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GLOBAL 2000, Iris Strutzmann (Luxemburg),: 00 352 664 308 65 47
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