Gusenbauer: Ganztägige Schulformen sind anderen überlegen

Wien (SK) "Ganztägige Schulformen sind anderen überlegen", machte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion der Tageszeitung "Der Standard" zum Thema Bildung im Haus der Industrie deutlich. Die in Österreich übliche Halbtagsschule habe wenig mit der späteren Realität des Lebens zu tun. Eine Ganztagsschule biete viel eingehendere Möglichkeiten, individuelle Begabungen zu fördern. "Der Arbeitsplatz der Lehrer muss die Schule sein" - Gusenbauer ließ keinen Zweifel daran, dass er für einen Ausbau der Ganztagsschulen plädiert. Letztenendes sei nur gute Bildung ein Garant für hohe Beschäftigung, vor allem von Frauen. Gusenbauer wünscht sich ganz allgemein eine weniger ideologiebelastete Schuldiskussion in Österreich: "Wir müssen uns einfach ansehen, wieso manche Staaten etwa in der PISA-Studie erfolgreich waren und dann überlegen, was wir auf unser Land übertragen können." ****

Gusenbauer räumte ein, dass die Lehrerschaft heute viel kritischeren Eltern und Schülern gegenüberstünden als früher: "Der Lehrerberuf ist eine äußerst anspruchsvolle Tätigkeit. Deshalb verstehe ich, dass so manche Lehrkraft frustriert ist, angesichts der aktuellen Diskussion."

Ziel einer funktionierenden Bildungspolitik, so der SPÖ-Vorsitzende, müsse es sein, möglichst viele Schüler auf dem Weg der Qualitätssicherung mitzunehmen: "Wenn in Österreich 14 Prozent der Schüler Probleme mit dem Lesen haben, dann kann ich nicht damit zufrieden sein, dass es bei 86 Prozent nicht so ist, sondern muss mich individuell mit jenen 14 Prozent befassen." Unverständlich ist für Gusenbauer, warum die Stoffaufarbeitung unter den Lehrern nicht aufgeteilt wird: "Wieso muss das jeder alleine machen? Günstiger wäre es doch, gemeinsame Erfahrungen auszutauschen."

Die zentrale Frage für Gusenbauer im Bildungsbereich ist der "Output": "Es muss vorher geklärt werden, welche Kenntnisse ein Schüler einer bestimmten Bildungsstufe haben soll." Das unterscheidet er vom "Input", also den Einrichtungen, den Lehrern etc., die normalerweise das Maß der Dinge in dieser Diskussion seien. Sei man sich einmal über den "Output" im Klaren, könne man das "Wie", also wie die gewünschten Kenntnisse erzielt werden sollen, getrost den Experten überlassen. (Schluss) re

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