Auszeichnung für Martin Schwab und Hilde Haider-Pregler

Wien (OTS) - Kammerschauspieler Martin Schwab und die Theaterwissenschafterin Hilde Haider-Pregler erhielten am Mittwoch von Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny im Wiener Rathaus das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" überreicht. Die Laudationes hielten Peter Huemer und Elisabeth Wäger.****

Martin Schwab sei ein Schauspieler der Superlative, so Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny bei der Verleihung. "Martin Schwab ist einer der wandelbarsten Schauspieler, der mit den namhaftesten Regisseuren gearbeitet und die großen Rollen der Weltliteratur gespielt hat. Mit seinen Darstellungen habe Martin Schwab bewiesen, dass er bereit ist, seine Grenzen auszuloten und alles zu geben.

Hilde Haider-Pregler sei eine der führenden Theaterwissenschafterinnen Österreichs. Als Institutsvorstand und Vizedekanin habe sie neue Akzente gesetzt, als Professorin gehe sie auf ihre Studentinnen und Studenten ein. Zu ihren Forschungsschwerpunkten, dem französischen und österreichischen Theater im 18. Jahrhundert, der Antike und der Gegenwartsdramatik, habe sie eine Vielzahl von Publikationen verfasst und herausgebracht.

Biographie Hilde Haider-Pregler

Hilde Haider-Pregler wurde 1941 in Wien geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft und Germanistik und promovierte 1966 "sub auspiciis", die Habilitation erfolgte 1978. Von 1990 bis 1999 leitete sie das Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien, seit Jänner 2000 ist sie Vizestudiendekanin der Fakultät für Human-und Sozialwissenschaften der Universität Wien. Neben ihrer Tätigkeit am Wiener Institut für Theaterwissenschaft hatte sie Gastprofessuren in München und Leipzig und gab. Gastvorlesungen an zahlreichen Universitäten in Europa und Übersee. Hilde Haider-Pregler verfasste eine Reihe von Publikationen zu den Themen Antike, französisches und österreichisches Theater im 18. Jahrhundert, Zwischenkriegszeit, Feminismus, Hörspiel, Thomas Bernhard sowie zur österreichischen Gegenwartsdramatik. Zu den wichtigsten Werken zählen "Verspielte Zeit. Österreichisches Theater der dreißiger Jahre", "Zeit der Befreiung. Wiener Theater nach 1945" und "Der Mittagesser. Eine kulinarische Thomas-Bernhard-Lektüre". Darüber hinaus ist Hilde Haider-Pregler als Theaterkritikerin bei der Wiener Zeitung tätig sowie als langjährige Mitarbeiterin am Grillparzer-Forum in Forchtenstein und am Exiltheaterhandbuch der Forschungsstelle für deutsche Exil-Literatur in Hamburg. Hilde Haider-Pregler erhielt u. a. den "Förderungspreis der Stadt Wien für Theaterwissenschaft" (1981) sowie den "Grillparzer-Ring" (1983) erhalten.

Biographie Martin Schwab

Martin Schwab wurde 1937 in Möckmühl/Württemberg geboren. Nach der Matura absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Chemiekaufmann, bevor er von 1959 bis 1961 Schauspiel an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin belegte. 1962 debütierte Schwab an der Landesbühne Rheinland/Pfalz in Neuwied. Es folgten Engagements am Stadttheater Oldenburg, am Ulmer Theater und am Württembergischen Staatstheater Stuttgart. 1979 ging Schwab für drei Jahre nach Bochum, ehe er zu den Städtischen Bühnen Frankfurt/Main wechselte. In Österreich machte sich Schwab bei den Salzburger Festspielen vor allem als Darsteller moderner Dramatik einen Namen, u. a. in Peter Handkes "Über die Dörfer", in "Das Gleichgewicht" von Botho Strauß und in Thomas Bernhards "Der Theatermacher" in einer Inszenierung von Claus Peymann, mit dem er bereits in Stuttgart und Bochum erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Sein Burgtheaterdebüt gab Schwab 1986 als Ferrucio in Peymanns Salzburger Inszenierung des "Theatermachers". Seit 1987 ist er fixes Ensemblemitglied im Haus am Ring und konnte in den unterschiedlichsten Rollen große Erfolge feiern. Wie zuvor in Salzburg und Deutschland finden sich auch in Wien zahlreiche Uraufführungen in Schwabs Repertoire. Er war in Elfriede Jelineks "Heimat"-Stück "Totenauberg" sowie in ihrer Pornokomödie "Raststätte oder sie machens alle", in Andre Hellers "Sein und Schein", Peter Turrinis "Schlacht um Wien", Peter Handkes "Zurüstungen für die Unsterblichkeit" und in Tankred Dorsts Neonazi-Drama "Die Schattenlinie" zu sehen. Für seine Darstellung des Kleinstadtpfarrers Christian Bley aus "Tod und Teufel", einem Stück von Peter Turrini, wurde Martin Schwab 1992 mit der Kainz-Medaille der Stadt Wien ausgezeichnet. 2000 erhielt er für die Darstellung des Bischofs in Grillparzers "Weh dem der lügt" den "Nestroy". Zur Zeit steht Martin Schwab in der Festwochenproduktion "Ödipus in Kolonos" auf der Bühne des Burgtheaters. (Schluss) rar

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