Cerwenka: Änderung der Ferienordnung - kein Problem - aber als Fortschritt, nicht als Rückschritt

Lehrplan entrümpeln, Förderangebote ausweiten, Eltern und Elternvertreter umfassend einbinden

St. Pölten, (SPI) - "Als Bildungspolitiker einigermaßen verärgert", zeigt sich der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Helmut Cerwenka, über die jüngste "Trägerrakete" aus dem Bildungsministerium von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer. "Es ist schon einigermaßen anachronistisch, wenn die Bildungsministerin zuerst massive Stundenkürzungen an den Schulen als ‚pädagogischen Fortschritt' verkauft - und wenige Wochen danach den SchülerInnen die Ferien zusammenstreichen will, weil man angeblich mit dem Lehrstoff nicht mehr durchkommt. Wozu streicht man zuerst Schulzeit, wenn man danach wieder mehr Stunden einführt? Waren Gehrers Stundenkürzungen, was viele kritisiert haben, eben nur ein pädagogischer Rückschritt und damit ausschließlich budgetäre Sparmaßnahmen", stellt Cerwenka die Frage in den Raum.****

"Wenn über eine Neuordnung der Ferienordnung nachgedacht werden soll, dann muss dies gemeinsam mit Lehrerschaft, Eltern und SchülerInnen getan werden. Die Sommerferien verkürzen - warum nicht - aber nicht um den Preis kürzerer Erholungszeiten für die Schüler. Österreich ist eine Wintersportnation. Darüber nachzudenken, die Semester- oder die Weihnachtsferien um eine oder zwei Wochen auszuweiten und im Gegenzug die Sommerferien zu kürzen, wäre sicher sinnvoll. Wenn hier noch eine entsprechende bundesländerspezifische Staffelung der Semesterferien -und zwar verteilt über ein ganzes Monat - Platz greifen würde, wäre den Eltern ebenso wie den Tourismusbetrieben geholfen", regt Cerwenka an.

Die Politik des Unterrichtsministeriums gleicht aber derzeit eher einer "kurvenreichen Schmalspurbahn". Statt nach internationalen Kriterien den Lehrplan zu entrümpeln, das Bildungsangebot neu auszurichten, die speziellen Förderangebote auszuweiten und gemeinsam mit LehrerInnen, Eltern und Schülern ein modernes Schul- und Bildungssystem zu verwirklichen, werden beinahe jede Woche neue öffentliche Diskussionen gestartet. Die pädagogische Qualität an unseren Schulen sinkt, SchülerInnen und Lehrkräfte sind gleichermaßen verunsichert und verärgert. Die Eltern wissen nicht mehr, woran sie sich orientieren sollen, die Ausgaben für Nachhilfeunterricht steigen und Verbesserungen sind nicht in Sicht.

"Jetzt ist wirklich die Zeit gekommen, die Eltern und die Elternvertreter enger einzubinden. Vor allem bei einer Neuordnung der Ferienordnung sind es die Eltern, die ihre beruflichen Planungen, ihren Urlaub und damit die Obsorge für ihre Kinder nach den Vorgaben der Schulen auszurichten haben. Hier kann nicht ständig über die Köpfe der Betroffenen hinweg geändert, gestrichen und umstrukturiert werden. Auch sollte man darüber nachdenken, dass den SchülerInnen, wenn notwendig, ein spezielles Nachhilfeprogramm am Ende der Sommerferien - und zwar unentgeltlich und von der Schule finanziert -angeboten wird. Lernen in den Ferien - und zwar in der eigenen Schule - entlastet nicht nur die elterliche Brieftasche, es würde so manchen Schüler auch den Weg in die nächste Schulstufe erleichtern", so Cerwenka abschließend.
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