Aufnahme von konzentrierten Fischölen für Herzpatienten ins Heilmittelverzeichnis abgelehnt

Firma konnte Wirksamkeit medizinisch-wissenschaftlich nicht ausreichend nachweisen

Wien (OTS) - Mit Gelassenheit sieht der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger der Klage eines bei der Wiener Gebietskrankenkasse versicherten Patienten auf Bezahlung des neuen Herz-Medikamentes "Omacor" entgegen. Tatsache ist, daß sowohl der kleine wie auch der grosse Fachbeirat für Arzneimittelwesen - ihm gehören Pharmakologen, Ärzte und Vertreter der Sozialpartner an - die Aufnahme des Medikaments Omacor in das Heilmittelverzeichnis der österreichischen Sozialversicherung abgelehnt haben. Univ.Prof. Dr. Klaus Klaushofer, beratender Arzt des Hauptverbandes: "Es ist der Erzeugerfirma nicht gelungen, in den vorgelegten Studien überzeugend nachzuweisen, daß der medizinische Nutzen einer derartigen Behandlung so groß ist, daß eine Kostenerstattung durch die Sozialversicherung gerechtfertigt erscheine. Für eine generelle freie Verschreibbarkeit haben die medizinischen Gründe jedenfalls nicht ausgereicht." Konkret handelt es sich bei Omacor um Fischölkapseln als Nahrungsmittelergänzung, wie die betroffene Firma selbst in ihrer Studie unter dem Titel "Nahrungsergänzung mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren" schreibt.
In medizinisch begründeten Einzelfällen von schweren Herzerkrankungen wird das Medikament aber dennoch von der Krankenversicherung bezahlt. Klaushofer: "Wenn wirksamere Maßnahmen nicht zur Anwendung kommen können, kann das Medikament von einem Chefarzt bewilligt werden und wird dann von der Krankenkasse bezahlt". Die Krankenkassen gehen davon aus, daß es sich dabei um rund 1000 Fälle pro Jahr handelt.

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