AK-Präsident Dinkhauser: Nein zu Pensionsreform

"Appelliere an die 14 Tiroler Nationalräte, einseitige Pensionskürzung in dieser Form abzulehnen!"

Innsbruck (OTS) - Der Tiroler AK-Präsident und Vizepräsident der Bundesarbeitskammer Fritz Dinkhauser (AAB) richtet einen Appell an alle vierzehn Tiroler Abgeordneten im Nationalrat, der Pensionsreform in dieser Form morgen nicht zuzustimmen: "Die Tiroler Abgeordneten im Parlament fühlen sich der Tiroler Bevölkerung, vor allem den rund 200.000 Arbeitnehmern verpflichtet", so Dinkhauser. "In ihrem Namen rufe ich die Nationalräte auf, Ihre Verantwortung gegenüber den Tirolerinnen und Tirolern wahrzunehmen und am Mittwoch gegen die vorliegende Reform zu stimmen!

Wir haben zwar in zahlreichen Verhandlungen einige Verbesserungen erreichen können, allerdings nur in Einzelbereichen. Die ASVG-Versicherten bleiben die Draufzahler. Das Modell bleibt unsozial. Es bringt Kürzungen von mehr als einer Monatspension und wird die Chancen der Jungen am Arbeitsmarkt deutlich verschlechtern", kritisiert der AK-Präsident.

"Ich rufe die Tiroler Abgeordneten aller Parteien auf sich für eine soziale und nachhaltige Pensionsreform einzusetzen, die die Altersvorsorge langfristig sichert", betont Dinkhauser. "Mehr als 200.000 Tiroler Arbeitnehmer sind von diesen Kürzungsplänen massiv betroffen. Die vorliegende Reform ist vorwiegend eine Geldbeschaffungsaktion ohne nachhaltige Zukunftssicherung für das Pensionssystem. Nicht einmal eine Zweckbindung der eingesparten Mittel ist vorgesehen."

Die Arbeiterkammer Tirol lehnt trotz erfolgter Verbesserungsvorschläge entschieden den derzeitigen nur auf ASVG-Versicherte abzielenden Entwurf der Bundesregierung ab. Eckpfeiler eine gerechten Pensionsreform sollten insbesondere sein:

- Wer 45 Beitragsjahre gearbeitet hat, muss eine Pension mit 80 % der Beitragsgrundlage beanspruchen können

- Bonus für längeres Arbeiten auch vor gesetzlichem Pensionsantrittsalter

- Wer nachweislich 35 Beitragsjahre im Tourismus , beim Forst oder am Bau gearbeitet hat, soll mit 45 Versicherungsjahren die Pension beanspruchen können

- Bis zu zwölf Prozent Pensionsverluste entsprechen dem Jahresverlust von eineinhalb Monatspensionen - Daher gehören diese Verluste je nach Pensionshöhe sozial gestaffelt. Pensionen unter 1000 Euro werden nicht verschont, trotz ursprünglicher Zusagen.

- Korrekte Anpassung der Aufwertungsfaktoren

- Altersteilzeit muss weiterhin ohne verpflichtende Einstellung einer Ersatzkraft oder eines Arbeitslosen ermöglicht werden

- Wirksame Maßnahmen gegen Alters-Arbeitslosigkeit (schon derzeit 9 Prozent Arbeitslosigkeit bei 55- bis 59jährigen, 13 Prozent bei über 60jährigen!)

- Kostendeckende Finanzierung aller Pensionsersatzzeiten

- Gerechtere Anrechnung der Kindererziehungszeiten

- Sofortige Harmonisierung aller Pensionssysteme

- Reform der Politikerpensionen

- Beitragsangleichung für Selbstständige und Bauern

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