- 10.06.2003, 13:03:02
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Pirker: Organhandel muss europaweit bekämpft werden
Pirker fordert EU-Richtlinie für effektive Strafverfolgung
Brüssel/Wien, 10. Juni 2003 (ÖVP-PK) "Organhandel ist eine der
schlimmsten Formen der menschlichen Ausbeutung. Der Handel mit
menschlichen Organen und Geweben hat dramatische Ausmaße angenommen.
Kriminelle Organisationen zahlen verzweifelten Menschen gerade einmal
3000 Euro für eine Niere und verschachern diese dann für 100.000 Euro
weiter", sagte heute der österreichische Europaparlamentarier Dr.
Hubert Pirker. "Der Organhandel ist ein lukratives Betätigungsfeld
für die organisierte Kriminalität. Oft unter Gewaltanwendung werden
Menschen ausgebeutet und die öffentliche Gesundheit gefährdet. Wir
brauchen europaweit einheitliche Maßnahmen zur effektiven Bekämpfung
dieses verbrecherischen Geschäfts", forderte Pirker. ****
Der Sicherheitssprecher der EVP-ED-Fraktion unterstützt daher
ausdrücklich die Initiative der Republik Griechenland für einen
Rahmenbeschluss zur Bekämpfung des Organhandels. Diese Initiative
wird derzeit im Innenausschuss des Europäischen Parlaments behandelt.
"Der Vorschlag für einen Rahmenbeschluss formuliert erstmals
europaweit einheitliche Begriffsbestimmungen und definiert die
einschlägigen Straftaten. Für Delikte unter besonders schweren
Umständen ist ein Mindeststrafrahmen von zehn Jahren Freiheitsstrafe
vorgesehen. Dies ist angesichts der Schwere der gegenständlichen
Straftaten angemessen" umreißt Pirker den Inhalt des
Rahmenbeschlusses. "Besonders wichtig ist auch die vorgesehene
Begründung einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit für Unternehmen,
welche im Organhandel tätig sind."
"Der Handel mit menschlichen Organen ist schärfstens zu
verurteilen. Diese Form des Menschenhandels verstößt gegen
grundlegende Menschenrechte, insbesondere gegen das Recht auf
körperliche Unversehrtheit und die Menschenwürde. Der Mensch wird auf
die Funktion eines Ersatzteillagers für Organe und Gewebe reduziert",
ist Pirker empört.
In vielen Staaten im Osten Europas versuchen Menschen, mit
weniger als durchschnittlich 30 Euro pro Monat zu überleben. "Viele
Menschen sehen daher einen letzten Ausweg im Verkauf einer ihrer
Nieren. Internetangebote wie 'Tausche Niere gegen alten Opel Kadett'
sind keine Seltenheit. Das große Geld verdienen aber die skrupellosen
Vermittler der Organtransplantationen, die zu 100.000 Euro für die
Vermittlung eines gesunden Organs verlangen", so Pirker.
Der Organhandel sei ein blühendes Geschäft geworden, immer öfter
berichten Medien über aufgedeckte kriminelle Transaktionen in
Spitälern in ganz Europa. "Dieser Rahmenbeschluss kann daher nur der
erste Schritt sein. Als nächstes muss eine Richtlinie kommen, welche
die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der dieser genannten Bestimmungen
zwingt. Kommission und Rat sind hier zum Handeln aufgefordert", sagte
Pirker abschließend.
Rückfragen: MEP Dr. Hubert Pirker, Tel.: 0032-2-284-5447
(hpirker@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 (pschulmeister@europarl.eu.int)
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