AUA-Group: CHECK IN zur gemeinsamen Zukunft - ein Konzern - ein KV

Betriebsrat und Gewerkschaft präsentierten KV-Vorschlag

Wien (HTV/ÖGB). Die Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV) und die Betriebsräte der AUA-Group (Austrian Airlines, Lauda Air und Tyrolean Airways) arbeiten gemeinsam an einer zukunftsorientierten Lösung für die gesamte Belegschaft der AUA-Group. Die AUA-Group hat derzeit drei Kollektivverträge in einem Unternehmen. Diese Situation schafft Starrheiten und Doppelgleisigkeiten. Die Gewerkschaft bietet nun einen einheitlichen Kollektivvertrag (KV) für die gesamte AUA-Group an. Der KV wurde heute vom Vorsitzenden der Fachgruppe Bord in der HTV und stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden von AUA-Bord, Dr. Wolfgang Hable, Thomas Fischelmaier, Betriebsrat Lauda Air und Norbert Fröwis, Betriebsrat Tyrolean Airways, vorgestellt.++++

So soll nicht nur die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen erhöht werden, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Der gemeinsame KV leistet einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der AUA-Group und somit auch zur Zufriedenheit der Aktionäre.

Flexibilität schafft Marktchancen

Die Trennung in drei "Production Companies" mit unterschiedlichen Lohnniveaus führt derzeit beim Personal zu Unzufriedenheit. Ein Wechsel zwischen den Firmen ist nicht möglich. Die Gewerkschaft will ein einheitliches und gerechtes Karriereschema für alle PilotInnen und FlugbegleiterInnen. Alle sollen gleiche Chancen haben. Ein einheitliches System erlaubt effizientere Einsatzplanung und bessere Abstimmung von Flugzeug- und Besatzungsumläufen. Derzeit bestehen ineffiziente Crew-Rotationen, weil Crew-Planung und Flugzeugplanung getrennt sind.

Derzeit werden im Konzern in einem Bereich PilotInnen gekündigt und gleichzeitig in einem anderen Bereich andere PilotInnen neu eingestellt. Dadurch werden Ausbildungskosten in Millionenhöhe abgeschrieben. Ein einheitliches System ermöglicht es, Personal flexibel dort einzusetzen, wo es benötigt wird.

Als Beispiel für die Starrheit des derzeitigen Systems nennt Dr. Wolfgang Hable, Vorsitzender der Fachgruppe Luftfahrt - Bordpersonal in der HTV, zwei Beispiele: "Derzeit muss das Flugpersonal in getrennten Räumen zum Dienst einchecken, und mit getrennten Bussen zu den Flugzeugen fahren. Bei der AUA scheint die künstliche Trennung des Personals wichtiger zu sein, als die Nutzung von Synergieeffekten." Auch bei den PilotInnen sieht Hable Probleme: "Der Betrieb von gleichen Flugzeugen in zwei Production Companies führt zu Doppelgleisigkeiten und doppeltem Aufwand. So werden z.B. Handbücher und Checklisten im Konzern nicht weitergegeben, sondern doppelt erstellt. Dadurch sinkt die Produktivität und die Kosten steigen."

Sicherheit geht vor

Nach der letzten Luftfahrt-Krise hat alleine Tyrolean 20 Prozent der PilotInnen ins Ausland verloren, weil sie keine Perspektive im Unternehmen sahen. Durch Abwanderung gehen Ausbildungskosten in Millionenhöhe verloren. Ein konzernweites Karrieremodell würde die Erfahrung im Konzern halten. Gut ausgebildete MitarbeiterInnen und Arbeitsplatzsicherheit sind jedoch für die Sicherheit der Fluggäste entscheidend. "Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist eine Voraussetzung für sicheren Flugbetrieb. Wer um seinen Arbeitsplatz bangen muss, kann sich nicht aufs Wesentliche konzentrieren", ist Wolfgang Hable überzeugt.

Motivation heißt Qualität

Die Belegschaft der AUA-Group hat größtes Interesse daran, für ein wirtschaftlich erfolgreiches, österreichisches Unternehmen zu arbeiten. Im internationalen Wettbewerb müssen Qualität und Preise stimmen - faire Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten sind eine Voraussetzung dafür. Hable: "Wir arbeiten gerne in unserem Beruf. Gute Arbeit und freundliches Auftreten sind schwer, wenn man nur als Kostenfaktor behandelt wird. Wir bieten dem Management an, die Zukunft MIT dem Personal zu bewältigen. Unternehmen, die gegen ihr Personal agieren, haben keine Zukunft. Das gilt ganz besonders für den Servicebereich."
Der neue KV schafft bessere Karriereperspektiven für die gesamte Belegschaft und dadurch mehr Zufriedenheit. Die Motivation der MitarbeiterInnen ist das Erfolgsrezept eines modernen Dienstleistungsunternehmens.

Gemeinsam für eine starke AUA-Group

Die AUA-Group ist ein traditionsreiches österreichisches Unternehmen. Durch einen gemeinsamen KV wird der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft aller FlugbegleiterInnen und PilotInnen gelegt. Dieser gemeinsame Weg wird den wirtschaftlichen Erfolg der AUA-Group und damit unsere Arbeitsplätze sichern. "Viele ÖsterreicherInnen haben im Vertrauen auf den Erfolg des Unternehmens Aktien gekauft. Dieses Vertrauen wollen wir nicht aufs Spiel setzen", betont der Vorsitzende Hable.

Folgende Beispiele zeigen, welche Perspektiven durch den neuen KV für die MitarbeiterInnen entstehen:

O Ein 38-jähriger Kapitän, der heute bei Tyrolean mit einer Dash 8 (50 Sitze) nur Kurzstrecken fliegen kann, könnte nach den Regelungen des neuen KVs auch zum Beispiel mit einer Boing 737 (180 Sitze) auch Mittelstrecken bei der Lauda Air fliegen. Ein solcher Wechsel ist heute nicht möglich.

O Eine 25-jährige Kopilotin der AUA, die heute mit einem Airbus 320 (150 Sitze) beispielsweise nur nach Frankfurt fliegen kann, bekommt mit dem neuen KV die Möglichkeit, auch größere Maschinen zu fliegen. Sie könnte Kopilotin einer Boing 777 (360 Sitze) werden und auch Langstrecken nach Australien fliegen.

O Ein 22-jähriger Kopilot der AUA, der soeben gekündigt wurde, könnte mit dem neuen KV sofort bei Tyrolean als Kopilot eine Anstellung bekommen.

O Ein 25-jähriger Kopilot der Lauda Air hätte mit dem neuen KV die Chance auch mit einem Airbus A-340 zu fliegen.

ÖGB, 10. Juni 2003
Nr. 499

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