AK an Kärntner Abgeordnete: "Stimmen Sie gegen Pensionskürzung!"

Reform trifft Bezieher niedriger Pensionen und Junge

Klagenfurt (AK) - AK-Präsident Günther Goach erneuert seinen Appell an die zehn Kärntner Abgeordneten im Nationalrat, der Pensionsreform in dieser Form morgen nicht zuzustimmen. "Das Modell bleibt unsozial. Es bringt Kürzungen von mehr als einer Monatspension und wird die Chancen der Jungen am Arbeitsmarkt deutlich verschlechtern", kritisiert der AK-Präsident.
"Ich rufe die Kärntner Abgeordneten aller Parteien auf: Stimmen Sie gegen diese ungerechte Pensionskürzung! Setzen Sie sich für eine soziale und nachhaltige Pensionsreform ein, die die Altersvorsorge langfristig sichert", betont Goach und verweist auf die mehr als 170.000 Kärntner ArbeitnehmerInnen, die von den Kürzungsplänen massiv betroffen wären.
Die Arbeiterkammer kritisiert, dass die vorliegende Reform eine reine Geldbeschaffungsaktion ohne Zukunftssicherung für das Pensionssystem ist. Die Vorstellungen von AK und ÖGB werden auch durch die neuen Abänderungsanträge nicht erfüllt. Die Arbeiterkammer kritisiert: Die vorgesehenen Kürzungen erfolgen überfallsartig und bringen für viele Arbeitnehmer sofort, für die meisten in wenigen Jahren 12 Prozent weniger Pension. Das entspricht einer Kürzung von 1 1/2 Monatsbezügen.
Die Regierung schlägt auch bei Beziehern kleiner Pensionen mit voller Härte zu. Pensionen unter 1000 Euro werden nicht verschont. Es gibt keine soziale Staffelung der Kürzungen. Arbeitnehmer unter 35 Jahren zählen zu den großen Verlierern. Die geplante Einführung eines beitragsorientierten Pensionskontos bedeutet für junge Arbeitnehmerinnen Pensionskürzungen von 30 Prozent und mehr und die Aufgabe des Lebensstandardprinzips. Die Abschaffung der Frühpensionen ist ein weiterer inakzeptabler Eingriff in die Lebensplanung der Menschen. Arbeitnehmer können erst später in Pension gehen, die reale Chance auf Beschäftigung besteht für viele nicht. Die in Europa übliche Wahlfreiheit, auch früher mit Abschlägen in Pension gehen zu können, wird beseitigt.
"Mit diesen Pensionsplänen wird die Regierung noch mehr Ältere in die Arbeitslosigkeit drängen", kritisiert Goach. Derzeit sind in Österreich fast 260.000 Menschen auf Arbeitsuche. Die Arbeitslosigkeit der 55 bis 59Jährigen beträgt neun Prozent, die der über 60Jährigen sogar mehr als 13 Prozent. Durch die Abschaffung der vorzeitigen Alterspension in dieser höchst prekären Lage entsteht zusätzliche Arbeitslosigkeit. Auch die Anhebung des Pensionsalters fällt überwiegend in einem Zeitraum, in dem dies vom Arbeitsmarkt nicht verkraftet werden kann. Die von der Regierung geplanten Arbeitsmarktmaßnahmen sind bei weitem nicht ausreichend, kritisiert die Arbeiterkammer.
Die AK fordert eine sozial gerechte Pensionsreform, die die Harmonisierung aller Pensionssysteme beinhaltet und die an der bewährten Umlagefinanzierung festhält. "Die Kärntner Abgeordneten im Parlament sind der Kärntner Bevölkerung, vor allem den rund 170.000 ArbeitnehmerInnen verpflichtet", betont Goach. "In ihrem Namen rufe ich die Nationalräte auf, Ihre Verantwortung gegenüber den Kärntnerinnen und Kärntnern wahrzunehmen und am Mittwoch gegen die vorliegende Reform zu stimmen!"

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