PFINGSTEN: MOTORRAD WIEDER GERFÄHRLICHSTES VERKEHRSMITTEL

Fünf von sechs Verkehrstoten waren Motorradlenker - KfV rät zu gegenseitiger Rücksichtnahme und defensiver Fahrweise

Wien (OTS) - Die Pfingsteiertage sind alle Jahre wieder ein Garant für verstärktes Verkehrsaufkommen - mitunter sogar Verkehrschaos -auf österreichischen Straßen. Herrschen zudem heiße Temperaturen, dann ist mit einem Übermaß an Unfällen mit Verletzten und leider auch Toten, vor allem bei Einspurigen zu rechnen. Auch am vergangenen verlängerten Wochenende waren sechs Verkehrstote zu verzeichnen, fünf davon waren Motorrad-Lenker. Die Hauptunfallsursachen waren (wiedereinmal) Geschwindigkeit und Alkohol. Im Vergleich zum blutigen Pfingstwochenende des vergangenen Jahres, ist diese Bilanz zwar besser, Motorradfahren hat sich aber auch heuer wieder als besonders gefährlich herausgestellt.

Viermal höheres Unfallrisiko für Motorräder

Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Wir haben bereits vor Pfingsten die gefährdete Gruppe der Motorradfahrer zu besonderer Vorsicht angehalten. Das schöne Wetter lockte wieder zahlreiche Einspurige auf die Straßen. Motorradfahrer verfügen jedoch über keine Knautschzone und sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Wir halten daher immer wieder Autofahrer dazu an, besondere Rücksicht auf Einspurige zu nehmen. Diese unterliegen einer höheren Verletzungsschwere - passiert ein Unfall sind häufig Tote zu beklagen. Das Unfallrisiko ist für Motorradlenker viermal so hoch wie für Pkw-Lenker. Kontinuierliche bewusstseinsbildende Maßnahmen sind notwendig." Aber auch konsequentes Training abseits der Straße und vor allem Sehen und Gesehenwerden ist für Motorradlenker wichtig. Thann appelliert an Einspurige: "Einen Großteil Ihrer Sicherheit haben Sie im rechten Handgelenk! Riskante Überholmanöver können tödlich enden - eine defensive Fahrweise ist dringend anzuraten."

Zehn-Jahres-Trend: Überzahl an verunglückten Motorradlenkern

Laut KfV verunglückten auch in den letzten zehn Jahren zu Pfingsten außergewöhnlich viele Motorradlenker: In diesem Zeitraum lag der Anteil verunglückter Motorradlenker bei 17 Prozent, während in den Monaten mit intensiver Motorradnutzung (Mai bis Oktober) dieser "nur" bei elf Prozent lag.

Sechs Verkehrstote zu Pfingsten, davon fünf Motorradfahrer

Zweitbeste Bilanz (nur 1996 mit 5 Toten war noch besser) seit 1967; um 3 weniger als im Vorjahr.
Im Jahr 2001 sind am Pfingstwochenende ebenfalls 6 Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen, im Jahr 2000 waren es 14. 1996 wurde mit nur 5 Toten im Straßenverkehr das günstigste Ergebnis seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres (1967) verzeichnet. Heuer konnte mit 6 Verkehrstoten das zweitbeste Ergebnis erreicht werden. Zum Vergleich dazu mussten in den bisher schlimmsten Jahren 45 Tote (1979) und 44 Tote (1984) nur am Pfingstwochenende beklagt werden. Bei den tödlichen Verkehrsunfällen des Pfingstwochenendes 2003 verloren 5 Motorradfahrer (davon 4 Lenker) und 1 Pkw-Lenker ihr Leben. Nach Tagen aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:
Pfingstfreitag (2 Tote), Pfingstsamstag (2 Tote), Pfingstsonntag (0), Pfingstmontag (2).

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser 5 tödlichen Verkehrsunfälle zu Pfingsten mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (4) und Vorrangverletzung (1) festgestellt werden. Alkoholisierung war bei 2 Unfällen Mitursache. 3 der 5 Unfälle waren Alleinunfälle. Der tödlich verletzte Pkw-Lenker war nicht angegurtet. 2 jugendliche Verursacher waren Probeführerscheinbesitzer. Vom 1. Jänner bis zum 9. Juni dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 333 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 348 Menschen tödlich.

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