Um im harten Wettbewerb zu reüssieren sind wettbewerbsfähige Kostenstrukturen Voraussetzung

Position der Austrian Airlines Group zur aktuellen Diskussion über die Zukunftsperspektiven des AUA-Flugbetriebes

Wien (OTS) - zum aktuellen Problemfeld

Tatsache ist, dass der AUA-Flugbetrieb, hauptsächlich begründet durch das hohe Gehaltsniveau des Pilotenkorps, im Wettbewerb der Fluggesellschaften zusehends ins Hintertreffen gerät. Dr. Walter Bock, Vorstand für Flugbetrieb, Technik und Bodendienste präzisiert die Aufgabenstellung: "Wir haben nur im AUA-Flugbetrieb ein Kostenproblem. Dieses gilt es mit gezielten und idealerweise einvernehmlichen Maßnahmen zu lösen!"

zu Kündigungen von AUA-Piloten

Die Unternehmensleitung musste bereits ab Februar 2003 damit beginnen, den Krisenszenarien des heurigen Frühjahrs (Irakkrieg, SARS, Wirtschaftsflaute) mit konsequenten Gegensteuerungs-maßnahmen zu begegnen. Demzufolge wurden zwei Kostensenkungsprogramme: eine 5 %-ige Senkung für das Gesamtjahr und ein temporäres Einsparungspaket im Umfang von 10 % für drei Monate (April bis Ende Juni) konzernweit implementiert. Alle Unternehmensbereiche, außer dem AUA-Flugbetrieb, haben diese für die Gesellschaft essenziellen Einsparungen mittlerweile erbracht. Darüber hinaus entstand ein Überhang von derzeit 51 AUA-Piloten, der sich aus dem Absenken des Produktionsniveaus aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche ergab. Capt. Gustav Baldauf, Leiter des AUA-Flugbetriebes: "Wir haben dem Betriebsrat angeboten die Kündigungen bis Jahresende zu verschieben, wenn er 96 % Teilzeit für alle 473 AUA-Piloten von Juli bis Ende des Jahres akzeptiert. Er lehnte dies ab. Daher müssen wir mit dieser Art von Strukturanpassung fortfahren." Hier ist anzumerken, dass der Personalabbau des vergangenen Jahres von mehr als 1.000 Positionen ausschließlich im kaufmännisch-technischen Bereich der Austrian Airlines Group und bei Lauda Air und Tyrolean Airways und nicht im AUA-Flugbetrieb durchgeführt wurde.

zu Provokationen auf dem Rücken der Passagiere und des Unternehmens

Konzertierte Störaktionen und jegliche Tonalität in Richtung Streik können im Interesse der Kunden und des Unternehmens nicht toleriert werden. Kürzlich massiv aufgetretenen Krankenständen im Austrian Airlines Co-Pilotenkorps wird nachgegangen. Dr. Josef E. Burger mit Unverständnis: "Eigene Interessen und interne Blockaden auf dem Rücken der Kunden auszutragen, um die wir uns täglich auf´s Neue bemühen, ist verantwortungslos. Die Öffentlichkeit hat anzunehmenderweise wenig Interesse daran, dauernd vom Rumoren in den Reihen der Austrian AUA-Piloten zu hören, denen es ja wirklich so schlecht nicht geht. Das Unternehmen ist durch Drohgebärden nicht zu erschüttern!"

zu einem Branchenkollektiv-Vertrag

Ein Branchen-KV würde nicht nur das fliegende Personal der Austrian Airlines Group, sondern für alle österreichischen Fluggesellschaften und Flugunternehmen im weitesten Sinn gelten. Einen derartigen Basis-KV mit allen Fachgruppen zu diskutieren und zu vereinbaren ist Aufgabe der Wirtschaftskammer Österreich. Die Belegschaftsvertretungen der Austrian Airlines Group können diesen nicht unilateral hochziehen. Marketingvorstand Dr. Josef E. Burger in einer aktuellen Betrachtung: "Grundsätzlich lässt sich über einen Branchenkollektivvertrag diskutieren, entscheidend dabei ist dessen Höhe. Läge sein Niveau in der Nähe des AUA-Flugbetriebes, dann würde sich die gesamte österreichische Luftfahrt aus dem Markt preisen. Ein Branchen-KV könnte sich nur auf jenem Niveau halten, welches der ertragsschwächste Marktteilnehmer der österreichischen Luftfahrt noch verkraften kann. Dennoch würde ein solches Modell mit erheblichen Hürden konfrontiert sein. Die Inhomogenitäten der erbrachten Dienstleistungen in der Spanne vom Linienflieger, über den Charteranbieter, bis hin zu Lufttaxi- und Business-Jet- und reinen Luftfrachtunternehmen erschweren generelle, für alle gültige Regelungen. Außerdem würden wir damit ausländischen Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil in die Hände spielen!"

zu einem Konzernkollektiv-Vertrag

"Der Schluss liegt nahe, dass unser AUA-Bordbetriebsrat über einen Branchen-KV spricht und eigentlich einen Konzern-KV meint. Mit einer Nivellierung der Kostenniveaus würden wir nur die gute Wettbewerbsposition von Lauda Air und Tyrolean Airways verschlechtern und unser Kernproblem nicht lösen. Gerade die Kostenstrukturen von Lauda und Tyrolean sind es, die uns erlauben neue Strecken und Produktionen aufzunehmen und Märkte offensiv zu erschließen. Eine substanzielle Senkung der Kosten des AUA-Flugbetriebes ist unerlässlich, wenn er in Zukunft eine starke Wettbewerbsposition einnehmen soll und dafür ist ein Konzern-KV der falsche Weg!" Die Unternehmensleitung hat eine Verhandlungsbereitschaft über einen Konzern-KV bereits beim letzten Gesprächstermin unter Teilnahme der Vertreter der Sozialpartner ausgeschlossen.

zur Absicht der weiteren Vorgangsweise

Der Vorstand hat den AUA-Bordbetriebsrat erneut zu idealerweise noch im Juni stattfindenden Gesprächen eingeladen, um nun endlich beiderseitig konstruktiv damit zu beginnen die Kostenstruktur des AUA-Flugbetriebes anzupassen, sodass dieser wieder eine Zukunftsperspektive bekommt.

Das Verhandlungsportfolio des Unternehmens wird unter anderem sowohl die Einführung eines zweiten Gehaltsschemas für in Zukunft neu eintretende AUA-Piloten als auch rasch greifende Anpassungsmaßnahmen zur Aufrüstung der Wettbewerbsposition beinhalten. Unter der Voraussetzung der Übereinkunft für eine tragfähige vor allem kostenmäßig verträgliche Gesamtlösung kann auch eine sinnvolle, marktadäquate Geschäftsfelddefinition gestaltet werden. Die mit hohem Qualitätsimage und Markenkraft ausgestattete Austrian Airlines soll nicht nur erhalten werden, sondern mit neuer Wettbewerbsfähigkeit energisch durchstarten können.

Marketingvorstand Dr. Josef E. Burger interpretiert: "Wir wollen, dass der AUA-Flugbetrieb eine Zukunft hat, aber der Bordbetriebsrat stemmt sich bislang mit seiner Haltung dagegen. Wenn wir es gemeinsam nicht schaffen uns anzupassen, fliegen wir aus der Wettbewerbskurve und das können wir uns im Rahmen unserer Gesamtverantwortung für die Austrian Airlines Group wirklich nicht leisten."

Dr. Walter Bock ergänzt: "Bestehende Strukturen anzupassen ist nie leicht, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es gemeinsam schaffen werden. Unsere AUA-Piloten sind Vollprofis der Lüfte und wir schätzten sie in gleichem Maße wie alle anderen Mitarbeiter der Gruppe und wollen so vielen wie möglich eine Zukunft bieten. Wenn sich beide Partner nun wieder auf die gemeinsame Aufgabe konzentrieren und überflüssige Provokationen und politische Rollenspiele hintanhalten, dann wird der Knopf aufgehen!"

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