• 10.06.2003, 11:00:00
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IHS-Studie belegt positive Effekte der Telekom-Liberalisierung

VAT-Karré: Telekomgesetz soll dynamische Entwicklung der Branche nachhaltig fördern

Wien (OTS) - "Der Bericht des Instituts für Höhere Studien (IHS)
weist eindrucksvoll die positiven volkswirtschaftlichen Effekte der
Telekom-Liberalisierung nach. Diese Erfolgsstory wird aber nur dann
weiter geschrieben werden, wenn die Liberalisierung des
Telekomsektors in Österreich auch in Zukunft nachhaltig
sichergestellt ist. Aufgabe der Politik muss es sein, diesen
erfolgreich eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen. Das
neue Telekomgesetz muss die dafür notwendigen Rahmenbedingungen
sichern", erklärte heute der Präsident des Verbandes Alternativer
Telekom-Netzbetreiber (VAT) DI. Romed Karré anlässlich der
Präsentation der IHS-Studie "Effekte der Telekom-Liberalisierung"
beim 8. VAT-Forum in Wien.

IHS-Studie "Effekte der Telekom-Liberalisierung"

In Anwesenheit von Bundesminister Hubert Gorbach präsentierte
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer im Rahmen des 8. VAT-Forums
Eckpunkte der IHS-Studie: Telefonieren wird in Österreich seit Beginn
der Liberalisierung durch den verstärkten Wettbewerb günstiger - im
Mobilnetz und im Festnetz sinken die Gebühren von Jahr zu Jahr. Alle
österreichischen TelefonkundInnen haben sich dadurch allein in den
Jahren 1999 bis 2001 insgesamt 2,6 Mrd. EUR erspart. Im Festnetz
wurden 1997 - also kurz vor Beginn der Liberalisierung - die Gebühren
markant verteuert, um dann aufgrund des Wettbewerbs wieder zu sinken.
Im Durchschnitt beträgt die Gebührenreduktion (Grund- und
Gesprächsgebühr) seit 1997 im Festnetz 25 Prozent.

Im Vergleich zu 1995 konnte sich beispielsweise ein Privathaushalt
zwischen 250 und 390 EUR pro Jahr ersparen, ein Unternehmen
beispielsweise etwa 8.000 EUR im Jahr. Ein - wenn auch nicht direkt
quantifizierbarer - immaterieller Nebeneffekt der Liberalisierung ist
die gestiegene Transparenz der Abrechnung von Telefongesprächen. Die
Tarifstruktur wurde vereinheitlicht, exakte Darstellungen ermöglichen
die Analyse und die Überprüfung des eigenen Nutzungsverhaltens. Aus
makroökonomischer Sicht wurden durch die Liberalisierung alleine im
Zeitraum von 1998 bis 2001 zusätzliche Investitionen der alternativen
Telekomanbieter in Höhe von 3,6 Mrd. EUR ausgelöst. Die
durchschnittlichen Gesamtinvestitionen der Telekommunikationsbranche
erhöhten sich von 1,1 Mrd. EUR in der Zeit vor der Liberalisierung
(92 bis 97) auf durchschnittliche 1,8 Mrd. EUR in den letzten Jahren,
wobei im Mobilfunkbereich bereits vor 1998 beträchtliche
Investitionen von alternativen Betreibern getätigt wurden.
Schließlich führen die Kostenreduktionen und Investitionen im
Telekommunikationsbereich auch zu einer leichten Erhöhung der
Ansiedelungswahrscheinlichkeit von ausländischen Direktinvestitionen
in Österreich und somit zu einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes
Österreich.

VAT-Forderungen zum neuen Telekomgesetz

Trotz dieser erfreulichen Zwischenbilanz, die sich im Europäischen
Vergleich durchaus sehen lassen kann, ortet Karré im jetzigen
Gesetzesentwurf noch wesentliche Mängel bei den Rahmenbedingungen für
den Infrastrukturausbau, im Besonderen bei den Themen Wegerechte
sowie Rechts- und Planungssicherheit im Mobilfunkbereich. Darüber
hinaus stünden dringend notwendige Optimierungen bei Behörden und
Verfahren aus: So die Stärkung der weisungsfreien
Telekom-Control-Kommission, die Einführung eines funktionierenden
Instanzenzugs sowie effektive Durchsetzungs- und
Sanktionsmöglichkeiten. Bei der Umsetzung des Rechtsrahmens werde es
wichtig sein, dass die ex-ante-Regulierung auch weiterhin strikt
angewendet wird. "Die Telekom Austria verfügt mit 70 Prozent
Marktanteil im Festnetzbereich und mehr als 90 Prozent der Anschlüsse
nach wie vor über eine marktbeherrschende Stellung. Nur eine wirklich
unabhängige und effiziente Regulierung kann für die nötigen fairen
Wettbewerbsbedingungen sorgen, von denen letztlich die
österreichischen KonsumentInnen und die Wirtschaft profitieren", so
Karré.

Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)

Der VAT hat seit seiner Gründung im Jahr 1997 maßgeblich zur
Schaffung fairer und wettbewerbsorientierter Rahmenbedingungen für
die neuen Betreiber beigetragen und agiert als umfassende
Interessenvertretung der Branche. Dem Verband gehören gegenwärtig 15
Unternehmen an, die pro Jahr insgesamt 1,7 Milliarden Euro Umsatz in
der Sprachtelefonie aufweisen. Von den neuen Betreibern wurden in den
letzten Jahren rund 6000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und
ca. 3,6 Milliarden Euro investiert.

Die vollständige IHS-Studie und ein Executive Summary sind unter
http://www.vat.at im Bereich "Aktuelles" downloadbar.

OTS0070    2003-06-10/11:00

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