• 10.06.2003, 09:35:51
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"Medizinverbrechen im Nationalsozialismus"

Einladung zur Veranstaltung mit einem Zeitzeugen, Arzt Dr. Werner Vogt, Traude Veran und Historikern

Wien (OTS) - Zu einer Veranstaltung über Medizinverbrechen im
Nationalsozialismus lädt das Kuratorium Wiener
Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) in der Altenpflege Tätige,
Interessierte und MedienvertreterInnen am 11. Juni um 16 Uhr ins
Pensionisten-Wohnhaus Rossau, 9, Seegasse 11, ein.

Die Initiative zu dieser ca. dreistündigen Veranstaltung ging
von den MitarbeiterInnen des Betreuungszentrums Rosenberg - einer
KWP-Schwerpunktstation für dementiell erkrankte BewohnerInnen - aus.
Denn immer wieder tauchte in den letzten Monaten in den Medien die
Frage auf: Wie und von wem sollen die Kosten für die Pflege älterer
und kranker Menschen aufgebracht werden? Auch wenn in der heutigen
Zeit in Österreich niemand der "Euthanasie" das Wort redet, allen
sollten die historischen Fakten und die sich daraus ergebenden
Gefahren bewusst sein.

Über Voraussetzungen und Durchführung der Medizinverbrechen im
Nationalsozialismus sowie ihre strafrechtliche Verfolgung nach 1945
sprechen:

o Friedrich Zawrel, ein Überlebender vom "Spiegelgrund";
o Dr. Werner Vogt, Arzt und Mitbegründer der "Kritischen Medizin";
o Traude Veran, pensionierte Kinderpsychologin und Autorin des

Buches "Das steinerne Archiv" - Der alte Judenfriedhof in der
  Rossau;
o Dr. Winfried Garscha, Historiker, Mitarbeiter des
  Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes und
  wissenschaftlicher Leiter der "Zentralen österreichischen

Forschungsstelle Nachkriegsjustiz"
o sowie Wolfgang Lamsa, Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs und

Leiter der Gedenkausstellung "Der Krieg gegen die
  Minderwertigen: Zur Geschichte der NS-Medizin in Wien".

Der Ort der Veranstaltung wurde ganz bewusst ausgewählt: Auf dem
Grundstück des Pensionisten-Wohnhauses Rossau befand sich bis 1972
ein Spital und Altersheim der Israelitischen Kultusgemeinde. Im Hof
des Hauses sind Reste des seit Mitte des 16. Jahrhunderts bestehenden
jüdischen Friedhofs erhalten geblieben. Dieser Friedhof ist der
älteste Wiens und der einzige mit Grabsteinen ausschließlich in
hebräischer Schrift. Der Zivilcourage einiger jüdischer Mitbürger ist
es zu verdanken, dass dieses kulturhistorische Denkmal vor der
Zerstörung durch den Nationalsozialismus bewahrt wurde. Traude Veran,
Bewohnerin des Hauses Rossau, hat diesem Thema ein Buch gewidmet.

Wir laden die VertreterInnen der Medien recht herzlich ein!

o Bitte merken Sie vor:
  Veranstaltung zum Thema "Medizinverbrechen im
  Nationalsozialismus"
  Zeit: Mittwoch, 11. Juni um 16 Uhr
  ACHTUNG: Dauer voraussichtlich 3 Stunden!
  Ort: 1090 Wien, Seegasse 11, großer Saal des Pensionisten-
  Wohnhauses Rossau

o Literaturhinweis:
  Traude Veran
  Das steinerne Archiv
  Der alte Judenfriedhof in der Rossau
  Mandelbaum Verlag, Wien, 224 Seiten

(Schluss) mh

OTS0029    2003-06-10/09:35

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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