Stellungnahme der ÖOG zum Thema "ORTHOKERATOLOGIE"

Wien (OTS) - Orthokeratologie

Das ist eine vor ca. 20 Jahren in Amerika entwickelte "Behandlungsmethode", mit der Fehlsichtigkeit - zumeist leichte bis mittlere Kurzsichtigkeit - korrigiert werden soll. Speziell angepasste harte Kontaktlinsen werden vor dem Schlafengehen eingesetzt, um während des Schlafes die Hornhaut zu verformen und dadurch die Brechkraft zu verändern. Da derzeit in den Medien wieder darüber berichtet wird, hat sich die Kommission für Optometrie der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (größte österreichische Vereinigung von Augenärzten) in ihrer Sitzung am 30. Mai 2003 mit diesem Thema befaßt.

Übliche harte Kontaktlinsen werden so angepasst, dass beim Lidschlag infolge Bewegung genügend Tränenflüssigkeit unter der Linse ausgetauscht wird, um den Metabolismus der Hornhaut zu sichern. Die Sauerstoffversorgung der Hornhaut muss während des Tragens gewährleistet sein.

Bei der Orthokeratologie werden diese Erfordernisse bewusst außer acht gelassen, durch den festen Sitz der Kontaktlinsen droht Gefahr von Druckstellen auf der Hornhaut und Epithelläsionen mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass bei dieser Methode der bewußten Deformierung der Hornhaut die Kontaktlinsen während des Schlafes getragen werden. Das geschlossene Lid stellt eine Barriere gegen die Sauerstoffzufuhr dar. Dies führt Sauerstoffmangelreaktionen hervor.

Da diese Methode am ehesten bei jugendlichen Patienten mit fortschreitender Myopie eingesetzt wird, können Dauerschäden der Hornhaut vorprogrammiert sein.

Die Kommission für Optometrie der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft ist daher der Meinung, dass diese "Behandlungsmethode" der Hornhaut wegen der möglichen schädigenden Nebenwirkungen und hohen Risken abzulehnen ist.

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Prim. Prof. Dr. Paul DROBEC MR Dr. Roderich FELLNER
Vorsitzender der Kommission Präsident der ÖOG

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