AD MULTOS ANNOS Geburtstagsfeier für Walter Strutzenberger im Hohen Haus

Wien (PK) - Aus Anlass des 75. Geburtstages des langjährigen Bundesratsvizepräsidenten Walter Strutzenberger (siehe PK, Nr.
382 vom 30.5.2003) lud das Präsidium des Bundesrates heute zu
einer Feierstunde. Unter der musikalischen Umrahmung der "Cop
Kids" würdigten Bundesratspräsident Herwig Hösele, Bundesratsvizepräsidentin Anna Elisabeth Haselbach, Altbundesratspräsident Herbert Schambeck und Bundesrat Albrecht
K. Konecny den Jubilar. An der Feierstunde nahmen u.a. der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Peter Schieder, seine Exzellenz der Botschafter der VR China Lu
Yonghua, die ehemaligen Bundesminister Kurt Steyrer, Karl Blecha
und Rudolf Streicher, SP-Klubobmann Josef Cap und die Altbundesratspräsidenten Günther Hummer und Alfred Schöls sowie zahlreiche Abgeordnete und Bundesräte teil.

In seinen Begrüßungsworten meinte Präsident Hösele, man habe sich hier versammelt, um einer großen Persönlichkeit des Parlamentarismus und der Gewerkschaftsbewegung zu gratulieren. Strutzenberger sei eine der prägenden Persönlichkeiten des Bundesrates gewesen, dessen seinerzeitigen Forderungen, etwa die Wahl des Rechnungshofpräsidenten und der Volksanwälte durch die Bundesversammlung, immer noch gute und wichtige Ideen seien.

Eine Körperschaft sei das, habe Rene Marcic einmal geschrieben,
was die darin Versammelten daraus machten. Strutzenberger habe bewiesen, was man alles daraus machen könne. Hösele würdigte die politischen Verdienste, aber auch die tiefe Menschlichkeit des Jubilars und wünschte ihm in humanistischer Tradition "ad multos annos".

Konecny wies darauf hin, dass im Saale nicht nur Bundesräte versammelt seien, sondern auch viele Menschen aus den zahlreichen anderen Bereichen, in denen Strutzenberger tätig gewesen sei. Besonders strich Konecny Strutzenbergers Verdienst hervor, in der zweiten Kammer ein Klima geschaffen zu haben, dass die ihm Nachfolgenden seitdem zu halten versuchten. Man habe viel von ihm gelernt, politisch, geschäftsordnungsmäßig und menschlich, und sei ihm daher mannigfach zu Dank verpflichtet.

Strutzenberger sei überdies ein unermüdlicher Förderer des Verständnisses und der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Österreich und der VR China gewesen und habe sich auch im Datenschutz an hervorragender Stelle engagiert. Er habe somit ein Lebenswerk geschaffen, auf welches er mit Recht stolz sein könne und für das die hier Versammelten danke sagten.

Altbundesratspräsident Schambeck ging auf seine besondere
Beziehung zu Walter Strutzenberger ein und erinnerte daran, dass Österreich aus dem Miteinander und nicht aus dem Gegeneinander etwas geworden sei. Geburtstage seien ein Anlass zum Bedenken und zum Bedanken. Man könne sich an das Geleistete erinnern und dafür danken.

Strutzenberger habe Menschen geholfen, obwohl er wusste, dass Dankbarkeit in der Politik nicht immer eine Kategorie ist. Die heutige Stunde möge ein Gegenbeweis dafür sein, so der Redner,
der meinte, Strutzenberger sei gemeinsam mit Anna Elisabeth Haselbach das "traumhafteste Visavis, das ich mir wünschen
konnte", gewesen. Strutzenberger habe stets Beachtenswertes eingebracht, inhaltlich, normativ und menschlich, habe den Föderalismus mitgestaltet auf dem Weg der Bundesländer in die Europäische Union. Er habe Zeitgeschichte nicht nur begleitet, er habe sie mitgeprägt. Vieles, so Schambeck, wäre ohne Strutzenbergers Beitrag nicht möglich gewesen.

Schambeck würdigte Strutzenberger als ein Musterbeispiel an Streitkultur in der Länderkammer und einen hervorragenden Repräsentanten des Parlaments und der Republik im Ausland. Er
habe viele Orden erhalten, doch die schönsten habe er sich selbst verdient: seine Persönlichkeit und seine Familie. Wie Präsident Hösele wünschte auch Schambeck "ad multos annos".

Vizepräsidentin Haselbach nannte Strutzenberger einen ganz besonderen Zeitzeugen, der der Gesellschaft mehr gegeben, als er sich genommen habe. Anhand seines Lebenslaufes ließ die Rednerin jene Ereignisse Revue passieren, die aus dem Jubilar "werden ließen, was er ist: ein liebenswürdiger und liebenswerter
Mensch".

Besonders hob Haselbach sein Engagement für die
Erwachsenenbildung und seine Fähigkeit hervor, Entscheidungen herbeizuführen, ohne das Gegenüber zu verletzen. Er habe Hervorragendes geschaffen, wobei seine Liebe zu den Menschen
ebenso dafür verantwortlich gewesen sei wie das Verständnis, welches seine Familie seiner Tätigkeit gegenüber aufgebracht
habe.

Der Jubilar dankte für "die Gelegenheit, so viel Gutes über mich zu hören", betonte aber gleichzeitig, ohne die hier Versammelten könne er nicht hier stehen und nicht auf so schöne Zeiten zurückblicken. Er habe stets versucht, bei seinen Überlegungen
mit einzubeziehen, was sein Pendant dazu sagen werde, und
gemeinsam habe man versucht, vernünftige Lösungen zu finden. Man müsse stets, gab Strutzenberger zu bedenken, in Betracht ziehen, was für jene, die man zu vertreten habe, gut sei. Dies sollte
auch heutzutage in der Politik Richtschnur sein, so der Jubilar abschließend. (Schluss)

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